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Flora saß auf den Stufen der Kirche und beobachtete, wie die Familie Henderson ihre Habseligkeiten auf einen | Flora saß auf den Stufen der Kirche und beobachtete, wie die Familie Henderson ihre Habseligkeiten auf einen Planwagen lud. Sie hatten Verwandte in [[Wood's End]] und würden am nächsten Morgen aufbrechen. Doch statt mitzugehen, hatte Flora einen anderen Plan gefasst. | ||
Sie hatte den Gesprächen der Überlebenden gelauscht - von [[Schürfer|Schatzsucher-Trupps]], die nach [[Lestina City]] zogen, angelockt von Gerüchten über reiche Darkstone-Vorkommen. Von Gruppen rauer Männer, die jeden annahmen, der eine Waffe halten und hart arbeiten konnte. Aber ein junges Mädchen alleine? Das wäre ein Todesurteil - oder Schlimmeres. Die Männer da draußen kannten keine Gnade für Schwache. Als junger Bursche verkleidet jedoch könnte sie sich einer solchen Gruppe anschließen, ohne Fragen zu provozieren. Es war gefährlich, aber es war auch ein Weg, stark zu werden. | Sie hatte den Gesprächen der Überlebenden gelauscht - von [[Schürfer|Schatzsucher-Trupps]], die nach [[Lestina City]] zogen, angelockt von Gerüchten über reiche Darkstone-Vorkommen. Von Gruppen rauer Männer, die jeden annahmen, der eine Waffe halten und hart arbeiten konnte. Aber ein junges Mädchen alleine? Das wäre ein Todesurteil - oder Schlimmeres. Die Männer da draußen kannten keine Gnade für Schwache. Als junger Bursche verkleidet jedoch könnte sie sich einer solchen Gruppe anschließen, ohne Fragen zu provozieren. Es war gefährlich, aber es war auch ein Weg, stark zu werden. | ||
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Als die Morgendämmerung über die Ruinen von [[Stone's Crossing]] kroch, war Flora bereits zwei Stunden unterwegs. Sie hatte sich an | Als die Morgendämmerung über die Ruinen von [[Stone's Crossing]] kroch, war Flora bereits zwei Stunden unterwegs. Sie hatte sich an einen kleinen Treck gehängt, der Richtung Süden zog. Der Anführer, ein bärtiger [[Schürfer]] namens Murphy, hatte nur knapp genickt, als sie gefragt hatte, ob sie mitlaufen könne. | ||
"Halt mit, Junge, oder bleib zurück", hatte er gesagt. "Und wenn du uns beklaust, hängst du am nächsten Baum." | "Halt mit, Junge, oder bleib zurück", hatte er gesagt. "Und wenn du uns beklaust, hängst du am nächsten Baum." | ||
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Die Sonne stieg höher, und Flora Wright - oder besser gesagt, der junge "Frank", wie sie sich nun nannte - machte ihre ersten Schritte in ein Leben, das sie selbst gewählt hatte. | Die Sonne stieg höher, und Flora Wright - oder besser gesagt, der junge "Frank", wie sie sich nun nannte - machte ihre ersten Schritte in ein Leben, das sie selbst gewählt hatte. | ||
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Aktuelle Version vom 10. August 2025, 18:11 Uhr

Alias: Frank
Alter: 16 (14)
Haarfarbe: Blond
Augenfarbe: Grün
Statur: Normal
Geschlecht: ♀︎
Klasse: Waisenkind
Wohnort: Stone's Crossing
Flora - Nach der Rettung
Der Abschied
Die Rauchsäule über der Farm war längst erloschen, als Ezekiel, Maggie und James Flora nach Stone's Crossing brachten. Das 16-jährige Mädchen klammerte sich noch immer an Ezekiel, ihre Tränen mischten sich mit dem Ruß und Schweiß auf seinem Gesicht. Sie hatte alles verloren - ihre Eltern, ihr Zuhause, ihre Unschuld.
Stone's Crossing empfing sie mit seinem trostlosen Anblick. Die Stadt war ein Friedhof aus verkohlten Balken und eingestürzten Mauern. Die wenigen Überlebenden der Zombie-Angriffe und der Kämpfe gegen die Magier hatten sich in den stabilsten Ruinen verschanzt und versuchten, aus den Trümmern wieder etwas Bewohnbares zu machen.
"Du bist jetzt in Sicherheit," hatte Ezekiel zu ihr gesagt, als die Dorfbewohner sie aufnahmen. Aber schon in seinen Augen konnte Flora lesen, dass er nicht bleiben würde. Er war ein Herumtreiber, ein Mann, der nie lange an einem Ort verweilte. Die Gefahr zog ihn an wie ein Magnet, und Stone's Crossing war vorerst von der größten Bedrohung befreit.
Am dritten Tag nach ihrer Ankunft sattelten Ezekiel, James und Maggie ihre Pferde. Flora stand zwischen den verkohlten Balken der alten Kirche und beobachtete, wie die drei Gefährten ihre Sättel festzurrten und ihre Gewehre überprüften. Sie bewegten sich mit der Präzision von Menschen, die schon viele gefährliche Reisen zusammen unternommen hatten. Für sie war die Zeit in Stone's Crossing nur ein kurzer Halt gewesen - für Flora war es alles, was ihr geblieben war.
Ezekiel trat als erster zu ihr, sein schwerer Mantel noch vom Ruß der letzten Kämpfe gezeichnet. Die Sonne stand tief über den Ruinen und warf lange Schatten zwischen die zerbrochenen Mauern.
"Pass auf dich auf, Flora," sagte er mit seiner ruhigen Stimme. Seine braunen Augen blickten ernst auf sie herab. "Du bist stärker, als du denkst."
James zog sein Pferd am Zügel heran und nickte ihr knapp zu - ein stummer Gruß von einem Mann, der nicht viele Worte verschwendete, aber dessen Respekt etwas bedeutete.
Maggie trat näher und legte ihre Hand sanft auf Floras Schulter. "Das Leben hier draußen ist hart, Kind," sagte die Einsiedlerin mit ihrer rauen, aber warmen Stimme. "Aber du hast schon Schlimmeres überlebt. Vergiss das nicht."
Die drei schwangen sich in ihre Sättel, ihre Bewegungen fließend und geübt. Dann ritten sie gemeinsam davon - Ezekiel und James nebeneinander, Maggie dicht dahinter - durch die Trümmer der Stadt, wie eine Einheit, die schon viele Schlachten zusammen geschlagen hatte. Ihre Pferdehufe hallten zwischen den leeren Häusergerippen wider, bis auch der letzte Klang verhallt war.
Flora stand regungslos da, bis auch der letzte Staubwirbel ihres Aufbruchs sich gelegt hatte. Die Stille, die über Stone's Crossing zurückkehrte, war drückend und endgültig.
Allein unter Fremden
Die Überlebenden von Stone's Crossing nahmen Flora auf, aber sie waren alle mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Jeder hatte jemanden verloren, jeder kämpfte mit dem Trauma der Angriffe. Ein weiterer Mund zu stopfen war eine Last, auch wenn sie ein junges Mädchen war, das ihre Eltern verloren hatte.
Flora bekam einen Platz in der Ecke der notdürftig reparierten Kirche, zusammen mit zwei anderen Waisen - einem zehnjährigen Jungen namens Peter, dessen Eltern von Zombies gerissen worden waren, und einer alten Frau namens Martha, die ihren Verstand verloren hatte und ständig mit unsichtbaren Geistern sprach.
Die Tage zogen sich wie zäher Sirup. Flora half, wo sie konnte - Trümmer wegräumen, Wasser holen, bei den wenigen Reparaturen helfen. Aber nachts, wenn sie auf ihrer dünnen Decke lag und den Wind durch die Löcher im Kirchendach pfeifen hörte, dachte sie an Ezekiel. An die Art, wie er sie aus den Flammen getragen hatte. An seine ruhige Entschlossenheit. An die Kraft in seinen Armen, die ihr Sicherheit gegeben hatte.
Die Entscheidung
Nach zwei Wochen wurde klar, dass Stone's Crossing als Stadt am Ende war. Die wenigen Familien, die überlebt hatten, sprachen davon, zu Verwandten zu ziehen oder ganz neue Orte zu suchen. Das Trauma der letzten Monate lastete zu schwer auf diesem Ort. Flora saß auf den Stufen der Kirche und beobachtete, wie die Familie Henderson ihre Habseligkeiten auf einen Planwagen lud. Sie hatten Verwandte in Wood's End und würden am nächsten Morgen aufbrechen. Doch statt mitzugehen, hatte Flora einen anderen Plan gefasst. Sie hatte den Gesprächen der Überlebenden gelauscht - von Schatzsucher-Trupps, die nach Lestina City zogen, angelockt von Gerüchten über reiche Darkstone-Vorkommen. Von Gruppen rauer Männer, die jeden annahmen, der eine Waffe halten und hart arbeiten konnte. Aber ein junges Mädchen alleine? Das wäre ein Todesurteil - oder Schlimmeres. Die Männer da draußen kannten keine Gnade für Schwache. Als junger Bursche verkleidet jedoch könnte sie sich einer solchen Gruppe anschließen, ohne Fragen zu provozieren. Es war gefährlich, aber es war auch ein Weg, stark zu werden.
Der Aufbruch
In der Nacht vor der geplanten Abreise der Hendersons schlich Flora sich aus der Kirche. Sie hatte ihre wenigen Habseligkeiten umgepackt: das Messer ihres Vaters versteckte sie im Stiefel, ihre langen blonden Haare schnitt sie mit der Klinge so kurz wie möglich ab - die Locken fielen wie Trauer zu Boden. Mit Ruß aus dem kalten Kamin rieb sie sich Gesicht und Hände ein, bis sie schmutzig und verwahrlost aussah. Eine alte, zu große Mütze eines verstorbenen Jungen drückte sie tief ins Gesicht. In den zu weiten Kleidern und mit dem gebundenen Busten sah sie aus wie ein schmächtiger, dreckiger Bursche von vielleicht vierzehn Jahren - genau das, was sie brauchte, um zu überleben. Sie hinterließ eine kleine Notiz: "Danke für alles. Ich muss meinen eigenen Weg finden. - Flora" Die Straße nach Lestina City war lang und führte durch raues Land. Aber Flora wusste, dass dort Männer wie Ezekiel zu finden waren - Männer, die nicht fragten, woher ein Junge kam, solange er sich nützlich machen konnte.
Der erste Schritt
Als die Morgendämmerung über die Ruinen von Stone's Crossing kroch, war Flora bereits zwei Stunden unterwegs. Sie hatte sich an einen kleinen Treck gehängt, der Richtung Süden zog. Der Anführer, ein bärtiger Schürfer namens Murphy, hatte nur knapp genickt, als sie gefragt hatte, ob sie mitlaufen könne.
"Halt mit, Junge, oder bleib zurück", hatte er gesagt. "Und wenn du uns beklaust, hängst du am nächsten Baum."
Flora nickte nur und fiel in den gleichmäßigen Schritt der Männer ein. Sie war sechzehn Jahre alt, alleine in der Wildnis des Westens, und gab sich als vierzehnjähriger Junge aus. Aber zum ersten Mal seit der Nacht des Feuers fühlte sie sich nicht wie ein Opfer.
Sie war auf dem Weg nach Lestina City - nicht um Ezekiel zu finden, sondern um zu lernen, was es bedeutete, so stark zu sein wie er. Und wenn das bedeutete, als Junge zu leben und mit Schatzsuchern zu graben, dann würde sie das tun.
Die Sonne stieg höher, und Flora Wright - oder besser gesagt, der junge "Frank", wie sie sich nun nannte - machte ihre ersten Schritte in ein Leben, das sie selbst gewählt hatte.

