Larberg's Landing

Larberg's Landing
Eine heruntergekommene, kleine Siedlung direkt am Ufer des Piechotta River. Schon von weitem lässt euch der Anblick der vereinzelten, verwahrlosten Häuser daran zweifeln, ob es sich gelohnt hat, hierher zu reisen. Die Kirche sticht als einziges Gebäude etwas heraus, der Rest der Häuser erinnert eher an eine Bretterbude, welche von ungeübten Händen zusammengezimmert wurde, als an eine auf Dauer errichtete Siedlung.
Kirche von Larberg’s Landing
Die kleine Kapelle in Larberg's Landing ist ein eigenartiger Ort. Die verstaubten Holzbänke und das schummrige Licht, das durch die verblassten Buntglasfenster fällt, schaffen eine bedrückende, fast unheilige Atmosphäre. Der Priester, der die Kirche leitet, ist ein bekanntes Gesicht im Dorf, jedoch weniger für seine Predigten als für seinen Hang zum Alkohol. Oft riecht es in der Kirche stärker nach Whiskey als nach Weihrauch, und der Priester ist häufiger im Saloon anzutreffen als auf der Kanzel. Er ist ein Mann, der mit inneren Dämonen zu kämpfen scheint, und seine Predigten werden selten von einem nüchternen Blick begleitet. Die Dorfbewohner tuscheln über ihn, und manche meiden die Kirche gänzlich – überzeugt, dass der Priester das Heilige längst aufgegeben hat.
Saloon
„Der Staubige Mond“ ist der einzige Saloon im Dorf und wird von Old Milbert Williams geführt. Milbert ist eine schroffe, aber charismatische Persönlichkeit, die die Geschichten des Dorfes kennt wie kein anderer. Der Saloon ist einfach eingerichtet, mit schwerem, abgenutztem Holzmobiliar und einem langen Tresen, der von Milbert selbst gebaut wurde. Die wenigen Lampen an den Wänden werfen ein schwaches, schummeriges Licht, das den Raum in geheimnisvolle Schatten taucht. Old Milbert erzählt oft Geschichten von seltsamen Besuchern und unerklärlichen Vorfällen, die hier im Saloon passiert sein sollen – Geschichten, die die Gäste meist mit einem Schaudern und einem kräftigen Schluck Whiskey verarbeiten.
Hotel
Das kleine Hotel steht etwas abseits der Hauptstraße und bietet Reisenden einen bescheidenen Unterschlupf. Es ist eines der ältesten Gebäude im Dorf, und seine einst prachtvolle Fassade ist inzwischen verblasst und verwittert. Die Zimmer sind eng und schlicht, mit Betten, die schon bessere Zeiten gesehen haben, und einem minimalen Mobiliar. Der Besitzer ist kaum anzutreffen, und die wenigen Angestellten wirken, als seien sie Teil des Gebäudes selbst – still und geheimnisvoll. In den Nächten hört man gelegentlich leise Schritte und Flüstern, doch niemand scheint sich zu diesen Geräuschen zu bekennen. Gäste, die hier übernachten, sprechen oft davon, dass ihnen ein Gefühl von ständiger Beobachtung den Schlaf raubt.
Akt 1: Der Dämon von Larberg's Landing
Die Schatten von Larberg's Landing
Anders als erwartet findet ihr den Ort nicht verschlafen, faul und träge, oder untätig vor, sondern in heller Aufregung. Die hinterwäldlerisch wirkenden Einwohner kommen euch panisch entgegen gelaufen.
Die meisten der Leute haben ihre besten Jahre lange hinter sich gelassen. Sie wirken auf euch verarmt und verwahrlost. Von Körperpflege oder sauberer Kleidung scheint hier niemand etwas gehört zu haben. Die ganze verdammte Stadt stinkt nach Schweiß und fauligen Eiern.
Ein Flüstern in der Dunkelheit
Die Reise von Maggie und Ezekiel führte, zur kleinen Siedlung am Ufer des Piechotta River, die vom Glanz der Entdeckung des Darkstones vergessen schien. Der heiße Wind trug den bitteren Geschmack von Staub und Verzweiflung mit sich, als sie auf ihren Pferden durch das verfallene Tor von Larberg’s Landing ritten.
Ihren ersten halt machten sie im örtlichen Saloon.
Der Wirt und die düstere Wahrheit
Ein alter Mann mit lumpiger, stinkender Kleidung stellt sich als "Old Milbert Williams", der Wirt des örtlichen Saloons, vor. Als er beginnt zu sprechen, stößt euch zwischen seinen vereinzelten, gelben Zähnen ein fauliger Atem aus seinem Mund entgegen.
Er berichtet euch von einem riesigen, schwerfälligen Dämonen, welcher letzte Nacht aus den nahegelegenen Höhlen gekommen ist und einen Mann namens Michael, den Besitzer des einzigen Geschäfts in Larberg's Landing, in die Hügel verschleppt hat. Der örtliche Sheriff hat die Kreatur verfolgt und versuchte, sie aufzuhalten.
Die Männer berichten euch aufgeregt, dass sie seine völlig zerschmetterte und verdrehte Leiche in den frühen Morgenstunden nahe der Höhle gefunden haben. Sie flehen euch in ihrer einfältigen, hinterwäldlerischen Art an, ihnen zu helfen, da niemand von ihnen in der körperlichen Verfassung ist oder den Mut besitzt, es mit dem Dämonen aufzunehmen.
Maggie warf Ezekiel einen entschlossenen Blick zu. „Wir werden helfen“, verkündete sie, den Griff ihres Säbels fester in der Hand. Ezekiel nickte und prüfte seine Revolver. Der Weg in die Dunkelheit begann hier – und er versprach nichts weniger als Blut und Schrecken.
In die Hügel der Angst
Maggie und Ezekiel ritten entschlossen durch die staubigen Straßen von Larberg’s Landing, vorbei an den verängstigten und misstrauischen Blicken der Einheimischen. Die sengende Hitze der Wüste brannte auf ihrer Haut, während sie auf ihre Pferde stiegen und in Richtung der Hügel galoppierten, die die gefürchtete Höhle beherbergten.
Die Reise von Larberg’s Landing in die Hügel war beschwerlich und unheimlich. Der heiße Wind wehte unbarmherzig über die karge Landschaft, während Maggie und Ezekiel auf ihren Pferden in die unbekannte Dunkelheit ritten. Mit jedem Schritt, den sie in die unberührte Wildnis wagten, schien der Himmel über ihnen düsterer zu werden, als ob selbst die Wolken sich vor dem Grauen fürchteten, das sie suchten.
Der Pfad war schmal und von starren, schroffen Felsen gesäumt. Scharfe Steine stachen durch die schützenden Hufe der Pferde und ließen sie unruhig werden. Der Geruch von verdorrtem Gras und fauligem Holz lag schwer in der Luft, und das entfernte Geräusch des Piechotta Rivers schien wie ein geheimes Flüstern, das vor den Schrecken warnte, die sie erahnten.
Als sie tiefer in die Hügel vordrangen, bemerkten sie die blutigen Spuren auf dem Boden. Rote Tropfen, die sich mit dem Staub vermischten, führten weiter in die dunklen Tiefen der Höhlen, während eine schleichende Kälte um sie herum einbrach. Die Schleifspur, die in die Erde gegraben war, erzählte von einem verzweifelten Kampf, von Angst und Grauen, und die beiden spürten, wie die Atmosphäre um sie herum sich veränderte.
„Wir müssen uns beeilen!“ drängte Ezekiel, dessen Stimme vor Anspannung zitterte. Maggie nickte stumm, das mulmige Gefühl in ihrem Bauch wurde stärker. Sie drängten ihre Pferde schneller, das Klappern der Hufe auf dem steinigen Boden hallte wie ein unheilvolles Echo wider.
Die Stille der Untoten
Die Luft wurde kühler und die Wolken verdichteten sich über ihnen, als sie in die Höhle eintraten. Der Eingang war düster und einladend zugleich, als ob er sie in ein Reich der Schatten führen wollte.
Es war ein düsteres, klaffendes Loch im felsigen Abgrund, das wie das Maul eines hungrigen Tieres wirkte. Ezekiel zog seine Laterne hervor und entzündete sie mit einem Streichholz. Der warme Schein des Lichts tanzte über die feuchten Wände. Der kalte, feuchte Luftzug, der ihnen entgegenströmte, fühlte sich an wie das Atmen eines schlafenden Monsters. Ezekiel berührte die Felswände, die sich feucht und rutschig anfühlten, und er stellte erschrocken fest, dass sie blutverschmiert waren.
„Das kann nicht sein“, murmelte er, während er versuchte, das Blut an seiner Kleidung abzuwischen. Doch in dem Moment, in dem er seinen Arm hob, begannen die Wände zu brechen und zu knacken. Ein leises, furchtbares Stöhnen war zu hören, und plötzlich brachen Knochen und Erde aus der Wand hervor. Stützpfeiler knickten ein und herabfallende Felsen verletzten sie leicht, ein grausamer Vorbote dessen, was noch kommen sollte.
Ein unheimliches Gefühl überkam die beiden, als sie bemerkten, dass die Luft um sie herum plötzlich sehr kalt wurde, während ein Flüstern durch die Höhle wehte, das wie Stimmen klang. Plötzlich erhoben sich aus dem Boden die Überreste von längst vergessenen Seelen, und Untote krochen aus den Wänden hervor. Ihre verrotteten Körper waren eine groteske Vorstellung, ihre leeren Augen starrten die beiden mit einem hungrigen Blick an.
Maggie erschauderte und der kalte Schweiß trat ihr auf die Stirn. Die Laterne, die sie mitführten, begann zu flackern, und das Licht wurde schwächer, bis es fast erlosch. Plötzlich hüllte die Dunkelheit sie ein wie ein schwerer Vorhang.
„Ezekiel!“ rief Maggie, während die Panik in ihrer Stimme aufstieg. Ezekiel hastete in seiner Tasche nach Streichhölzern, seine Hände zitterten vor Angst. Als er endlich eine Flamme entzündete und die Laterne wieder erleuchtet wurde, waren die Untoten verschwunden, doch die schrecklichen Bilder der Nacht waren in ihren Köpfen eingraviert. Sie waren allein, umgeben von der Dunkelheit, die auf sie lauerte, und sie wussten, dass das wahre Grauen erst begonnen hatte.
Der Dämon erwacht
Nach einem kurzen Moment der Erleichterung erreichten sie eine kleine Lichtung innerhalb der Höhle. Hier ruhten sie sich kurz aus, bevor sie weiter in die Dunkelheit vordrangen. Die schattenhaften Umrisse der Höhlenwände schienen sich um sie zu schließen, und die bedrückende Stille war nahezu unerträglich. Maggie lehnte sich gegen eine kalte Wand, die noch immer den Geruch von Verwesung in sich trug. „Wir müssen weiter, wir dürfen nicht aufgeben“, sagte Ezekiel, dessen Gesicht vor Anstrengung und Angst blass war.
Sie gingen weiter, bis sie auf eine verdrehte Leiche stießen, die reglos auf dem Boden lag. Maggie kniete sich nieder, und ihre Hand zitterte, als sie die verwesenden Überreste berührte. „Bitte, sei nicht Michael“, flüsterte sie, während ihr Herz schwer in ihrer Brust schlug. Doch der Anblick war erbarmungslos, und sie mussten weiter. Plötzlich öffneten sich Risse im Boden, aus denen dunkler, roter Rauch aufstieg, der wie ein lebendiges Wesen durch die Höhle waberte.
Sechs groteske Kreaturen, die wie lebende Albträume aussahen, stiegen aus den Schatten empor. Ihre Tentakel schienen in der Luft zu tanzen, während sie sich drohend auf die beiden Abenteurer zubewegten. Der große Dämon, schwerfällig und bedrohlich, stand im Hintergrund und beobachtete sie mit seinen glühenden Augen. Maggie spürte, wie ihre Knie weich wurden, doch sie musste kämpfen.
Die Kreaturen griffen an, ihre glitschigen Tentakel zischten durch die Luft und erwischten Maggie an der Schulter. Schmerz durchfuhr sie, doch sie ließ sich nicht entmutigen. Mit einem raschen Schnitt ihres Säbels gelang es ihr, den Tentakel abzuschneiden. Ezekiel feuerte schnell, seine Pistole dröhnte in der Höhle und zerriss die Stille.
„Bleib hinter mir!“, rief Ezekiel, während er in den Schatten der Höhle feuerte. Die niederen Dämonen kamen in Wellen, doch Maggie und Ezekiel kämpften tapfer. Gemeinsam schnitt sie durch die Tentakel und schoss mit unermüdlicher Entschlossenheit. Der große Dämon beobachtete sie weiterhin, und es war fast so, als würde er sie auf die Probe stellen, ihre Stärke und ihren Mut testen.
Als die letzten niederen Dämonen gefallen waren, hatten sie für einen Moment Ruhe. Maggie und Ezekiel keuchten und wischten sich den Schweiß von der Stirn. Doch der große Dämon war noch immer da, schien sich in den Schatten zu verbergen, und sie wussten, dass der Kampf noch nicht vorbei war.
Die Dunkelheit schien sich um ihn zu winden wie ein lebendiger Schleier, und seine Augen leuchteten rot vor Zorn und Wut. Maggie und Ezekiel fühlten, wie ihre Herzen schneller schlugen.
„Er kommt aus dem Schatten!“, rief Ezekiel und zog seine Pistole, während er sich in Position brachte. Maggie griff nach ihrem Säbel, der in ihren Händen vertraut und gleichzeitig furchteinflößend war. Die schattenhaften Umrisse des Dämons wurden von einer unheimlichen Aura umgeben, die die Luft um sie herum elektrisierte.
Der Dämon schien sie für einen Moment zu prüfen, als würde er ihre Entschlossenheit abwägen. Dann, ohne Vorwarnung, stürmte er vorwärts, seine massiven Hände hoben sich, als wollte er die beiden zerquetschen. Maggie spürte die Erde unter sich erbeben, und ihr Instinkt befahl ihr, aus dem Weg zu springen. Sie rollte zur Seite, während Ezekiel schoss, die Kugeln prallten jedoch nur gegen die dicke Haut des Dämons und hinterließen nur flüchtige Einschläge. „Ziel auf den Kopf!“, rief Maggie, als sie sich wieder erhob. Der große Dämon brüllte, und der Klang war wie das Zerspringen von Glas, das in der Nacht verhallt. Er wandte sich Ezekiel zu, der in einem verzweifelten Versuch, den Angriff abzuwehren, in Deckung ging. Maggie nutzte den Moment, um sich dem Dämon zu nähern. Sie schwang ihren Säbel mit aller Kraft, und der Stahl schnitt durch die Luft. Er wich aus, und der Säbel ritzte nur seine Schulter. Die Wunde schien ihn nicht weiter zu interessieren, als er zu einem Handrückenschlag ansetzte.
Der Schlag war heftig und traf Maggie mit einer Wucht, die sie gegen die Wand schleuderte. Ihr Atem stockte, als sie den Aufprall spürte, doch sie wusste, dass sie nicht aufgeben durfte. Der Dämon wandte sich wieder Ezekiel zu, dessen Munitionsvorrat gefährlich schwand. Verzweifelt feuerte er weiter, und die Schüsse hallten durch die Höhle, während er die Bewegungen des Dämons studierte.
Maggie rappelte sich auf, Blut lief ihr über das Gesicht, aber der Schmerz erinnerte sie daran, dass sie leben musste. „Wir müssen zusammenarbeiten!“, rief sie und stürmte wieder auf den Dämon zu. Ezekiel nickte, während er einen weiteren Schuss abfeuerte. Der große Dämon schien für einen Moment überrascht von ihrer Entschlossenheit. Er riss seine massiven Arme in die Luft und schickte einen Schauer der Angst durch die Höhle. Die Dunkelheit schien sich um ihn zu verdichten, als wollte er die gesamte Umgebung in den Wahnsinn ziehen.
Maggie warf ihren Säbel in die Luft, sprang und fängte ihn mit einer präzisen Bewegung. Mit einem Kampfschrei stürzte sie sich erneut auf den Dämon. „Jetzt!“, rief sie zu Ezekiel, der sich hinter einer Deckung vorbereitete, um den perfekten Schuss abzugeben.
Der Dämon wandte sich Maggie zu, und in diesem Augenblick feuerte Ezekiel, die Kugel durchbrach die Dunkelheit und traf den Dämon direkt im Kopf. Ein unheilvolles Brüllen erfüllte die Höhle, als die Kreatur zurücktaumelte, die Augen verdrehten sich vor Schmerz und Wut.
Maggie nutzte die Gelegenheit und stach mit ihrem Säbel zu, doch der Dämon war schneller als erwartet. Mit einem raschen Hieb seiner Hand warf er sie gegen die Wand. Die Dunkelheit pulsierte um ihn herum, und der Kampf schien verloren. Doch Ezekiel war fest entschlossen, nicht aufzugeben. Er zielte erneut und feuerte eine letzte Runde ab, die den Dämon abermals traf.
Mit einem letzten verzweifelten Aufschrei verschwand der Dämon in den Schatten der Höhle, aber Maggie und Ezekiel wussten, dass er nicht endgültig besiegt war. Sie mussten sich vorbereiten auf das, was noch kommen würde, denn die Dunkelheit war unberechenbar und würde immer wieder zurückkehren.
Mit einem tiefen Atemzug gingen Maggie und Ezekiel weiter in die Höhle. Der Geruch von fauligem Fleisch und Moder war überwältigend, und die Dunkelheit schien sie zu umarmen. Auf ihrem Weg entdeckten sie einige Lumpen, die verstreut auf dem Boden lagen, Überreste von früheren Opfern oder vielleicht von den Untoten, die sie gesehen hatten. Daneben befanden sich mehrere Löcher, die in die Felsen geschlagen waren, als ob hier etwas Größeres verborgen lag. Ezekiel steckte seine Hand hinein, doch er konnte nichts ertasten. Verwundert und vorsichtig schritten sie weiter, die Anspannung zwischen ihnen war greifbar.
Die Höhle schien immer verwinkelter zu werden, und die Wände waren mit glitschigen, dunklen Substanzen bedeckt. Sie drängten tiefer in das Labyrinth der Dunkelheit vor und erreichten schließlich einen größeren Abschnitt der Höhle. Inmitten dieser unheimlichen Kulisse ragten drei kleine Türme aus Sand empor, die wie abscheuliche Monumente in der Dunkelheit standen. Ihr Anblick ließ das Herz von Maggie und Ezekiel schwer werden.
„Irgendwas stimmt hier nicht!“, sagte Ezekiel, während er sich umblickte, die Anspannung war in seiner Stimme deutlich zu hören. Die Atmosphäre war so drückend, dass selbst das Echo ihrer Stimmen in der Luft zerbrach. Plötzlich schien die Höhle zu leben, als ein kalter Wind durch den Raum zog und die Schatten um sie herumtanzten. Sie wussten, dass die Dunkelheit hier nicht aufhören würde, sie zu testen.
Doch gerade, als sie einen Schritt nähertraten, erschien der große Dämon erneut, seine groteske Gestalt tauchte aus dem Schatten auf. Hinter ihm lag eine schattenhafte Gestalt, die schwach wimmerte. Maggie hielt den Atem an. „Ist das Michael?“, dachte sie, als sie einen Schritt nähertrat. Der Dämon, jetzt wilder und stärker, wirkte, als ob er bereit war, um seine Beute zu kämpfen.
Der verzweifelte Kampf
In der bedrückenden Stille der Höhle, umgeben von drückenden Schatten und dem Geruch von fauligem Fleisch, erschien der große Dämon erneut, als hätte er sich aus den dunkelsten Tiefen ihrer Ängste manifestiert. Sein massiger Körper ragte über die beiden hinweg, und seine schrecklichen Augen leuchteten rot wie glühenden Kohlen in der Dunkelheit. Der Schatten hinter ihm bewegte sich, und als Maggie und Ezekiel näher traten, erkannten sie die wimmernde Gestalt, die auf dem Boden lag. „Ist das Michael?“ durchfuhr es sie. Verzweiflung stieg in ihren Herzen auf, während die Dunkelheit um sie herum dichter wurde.
Der Dämon knurrte tief und bedrohlich, seine Stimme war wie das Scharren von Gestein auf Gestein. „Ihr wagt es, hier zu stören?“ Seine Stimme war ein Echo aus der Hölle, und Maggie spürte, wie sich die Nackenhaare aufstellten. In diesem Moment war jeder Zweifel, jede Angst, die sie je gehabt hatten, wie weggeblasen. Ihr Überlebensinstinkt trat in den Vordergrund. „Wir werden dich nicht fürchten!“, rief Ezekiel, als er sich hinter Maggie stellte, die mit ihrem Säbel entschlossen voranschritt.
Mit einem brutalen Aufschrei stürzte sich der Dämon auf sie. Seine riesigen Klauen schlugen wie Blitze auf Maggie ein, und der Aufprall schleuderte sie durch den Raum. Der Schmerz schoss durch ihren Körper, doch sie war entschlossen, nicht aufzugeben. In einem reflexartigen Akt rollte sie sich zur Seite, während Ezekiel verzweifelt auf den Dämon feuerte, doch seine Kugeln schienen kaum Wirkung zu zeigen. Jeder Schuss hallte in der Höhle wider, und der Dämon ignorierte die Angriffe, als wäre er unverwundbar.
Maggie stand auf, ihre Wunden brannten, und ihre Muskulatur fühlte sich an, als würde sie sich in Schmerzensschreien verkrampfen. Doch die Entschlossenheit, Michael zu retten, gab ihr Kraft. Sie zog ihren Säbel, dessen Klinge im fahlen Licht der Laterne funkelte. „Komm schon, lass uns das beenden!“, rief sie und stürmte auf den Dämon zu. In einem wütenden Duell wich sie seinen Klauen aus, sprang zur Seite und stach mit aller Kraft in seine Seite. Doch der Dämon brüllte nur vor Wut und hielt den Schmerz zurück, als würde er aus reinem Hass leben.
Ezekiel, von der Wut gepackt, schoss weiter auf den Dämon, während er den Raum um sie herum überprüft. „Jetzt wird es Zeit, das Dunkel zu vertreiben!“, murmelte er und erinnerte sich an die Worte der Schrift. „Denn so spricht der Herr: Siehe, ich gebe dich in die Hand derer, die du hasst, in die Hand derer, von denen deine Seele sich jäh abgewandt hat.“ Mit diesen Worten lud er seine Pistole nach, und der Gedanke an göttliche Gerechtigkeit erfüllte ihn mit neuer Kraft.
Maggie, die den Dämon weiterhin ablenkte, spürte den Zorn in Ezekiel, der mit jedem Schuss wuchs. „Ezekiel, hinter dir!“, schrie sie und sah, wie mehrere kleine Kreaturen, die aus dem Nichts erschienen, auf sie zustürmten.
„Ich bin bereit!“, rief Maggie und schwang ihren Säbel, um die näherkommenden Kreaturen abzuwehren. Mit jeder Bewegung schnitt sie durch die verwesenden Körper, und das Blut spritzte an die Wände der Höhle, während sie verzweifelt gegen die Übermacht kämpften. Ezekiel, der eine letzte Patrone in die Pistole lud, konzentrierte sich auf den großen Dämon.
Mit einem gezielten Schuss traf er den Dämon in die Schulter, und ein grollendes Knurren erfüllte die Höhle. Doch der Dämon war nicht besiegt. Er wandte sich wütend zu Ezekiel, und seine Augen funkelten vor Zorn. Maggie nutzte die Ablenkung und stürmte erneut vorwärts, aber der Dämon war schnell. Mit einem einzigen Schlag katapultierte er sie durch den Raum.
Ezekiel fühlte, wie der Zorn in ihm brodelte. „Ich gebe nicht auf!“, murmelte er und drückte den Abzug. Der Schuss hallte in der Höhle wider, und der Dämon taumelte kurz zurück. „Jeder Schuss zählt!“, rief er, während er hastig nachlud. Maggie rappelte sich auf und sah den Dämon, der nun entschlossen war, sie ein für alle Mal zu erledigen. Sie hatte eine schreckliche Wunde an ihrem Arm, doch die Entschlossenheit brannte in ihren Adern.
Mit einem letzten, entschlossenen Angriff stürzte sie sich erneut auf den Dämon. Ihr Säbel traf ihn, doch anstatt zu fallen, wurde er stärker. „Wir müssen ihn zusammen angreifen!“, rief Ezekiel. Die beiden traten gemeinsam vor, ihre Entschlossenheit vereint gegen die Dunkelheit.
Sie umkreisten den Dämon, während er versuchte, sie mit seinen Klauen zu packen. Maggie stieß vor, und Ezekiel schoss, während sie sich synchron bewegten, als würden sie einen Tanz mit dem Tod aufführen. Der Dämon fiel auf die Knie, und die Klinge von Maggies Säbel schnitt tief in sein Fleisch.
„Jetzt!“, rief Ezekiel, und mit einem letzten, verzweifelten Schuss versenkte er die Kugel in das Herz des Dämons. Ein ohrenbetäubender Schrei erfüllte die Höhle, als der Dämon zitterte und sich in Luft auflöste. Der Schatten, der ihn umgeben hatte, zerfiel und ließ nur ein gespenstisches Echo zurück.
Das Rätsel um Michael
In der Dunkelheit, wo der Dämon einmal gestanden hatte, fanden sie Michael, dessen zerfetzte Kleidung an seinem Körper hing. Er war am Leben, aber schwer verletzt. Maggie kniete sich neben ihn und ergriff seine Hand. „Michael, wir sind hier!“, flüsterte sie, doch er antwortete nicht. Stattdessen murmelte er immer wieder: „Tengo que volver, tengo que volver.“ Seine Augen waren weit geöffnet, gefüllt mit Furcht und einem unstillbaren Verlangen nach etwas, das er nicht benennen konnte.
Ezekiel sah sie an, die Verzweiflung in seinen Augen. „Wir müssen ihn mitnehmen. Vielleicht können wir ihn retten!“ Seine Stimme zitterte vor Anspannung, doch sie wusste, dass sie in Larberg’s Landing keinen Arzt hatten, der ihm helfen konnte. Die verzweifelten Umstände drängten sie, und ohne einen weiteren Gedanken packten sie Michael vorsichtig und machten sich auf den beschwerlichen Rückweg.
Die Höhle schien nun wie ein Labyrinth aus Albträumen. Jeder Schritt hallte in der stillen Dunkelheit wider, während die Erinnerungen an die Schrecken, die sie gerade durchlebt hatten, in ihren Köpfen widerhallten. Als sie schließlich den Ausgang erreichten, traf das blasse Licht der Dämmerung auf ihre Gesichter und warf lange Schatten hinter ihnen.
Die Aussicht auf Larberg's Landing war bedrückend. Die Siedlung wirkte wie eine Geisterstadt, der Glanz der Hoffnung, den sie zuvor gefühlt hatten, war nun wie ein verblassender Traum. Die Luft war schwer und schwül, gefüllt mit dem Gestank von fauligem Fleisch und der Bitterkeit des Schicksals, das die Einwohner gefangen hielt. Die wenigen Menschen, die noch auf den Straßen umhergingen, schauten auf, als Maggie und Ezekiel mit Michael in ihren Armen in die Stadt traten. Ihre Gesichter waren leer, gezeichnet von der Verzweiflung, die sie alle miteinander teilten.
Old Milbert, der Wirt des Saloons, trat mit besorgtem Blick näher, als er die angespannte Miene der beiden Abenteurer sah. „Was ist passiert?“, fragte er mit zitternder Stimme, während seine Augen über die blutige Gestalt von Michael huschten.
„Er lebt… aber nicht mehr lange“, murmelte Ezekiel, und sein Herz sank, als er die Panik in Milberts Augen sah. „Wir müssen ihn rein bringen.“
Sie trugen Michael weiter, doch das baufällige Saloongebäude wirkte wie eine fest verschlossene Kammer, aus der es kein Entkommen gab. Die wackeligen Stühle und der staubige Boden schienen die Schreie der Vergangenheit zu absorbieren. Während Maggie Michael in eine Ecke des Raumes legte, wurde die Düsternis, die die Stadt umhüllte, fast greifbar.
Als sie sich über ihn beugten, in der Hoffnung, ein letztes Zeichen des Lebens zu finden, bemerkten sie, dass Michael immer schwächer wurde. Die Augen, die einmal voller Hoffnung und Entschlossenheit gewesen waren, waren nun trübe und weit geöffnet, als ob er in eine andere Welt starrte. Ein Gefühl der Ohnmacht überkam Maggie, als sie die kühlen Hände des Mannes hielt, der einst die Geschicke dieser Stadt lenken wollte. Er murmelte ein weiteres Mal: „Tengo que volver, tengo que volver.“
„Michael, bleib bei uns!“, flehte sie, während sie die Tränen zurückhielt. Doch es war vergebens. Sein Atem wurde flacher, die Worte, die er murmelte, hörten sich immer mehr wie ein verzweifelter Ruf in die Dunkelheit an.
Schließlich, in der bedrückenden Stille, fiel Michael in ihre Arme. Seine letzten Worte verhallten in der Luft, und die Dunkelheit, die sie so lange bekämpft hatten, hatte sie nun endgültig übermannt. Die Schatten des Dämons schienen triumphierend über Larberg’s Landing zu lachen, während Maggie und Ezekiel gebrochen vor der Realität ihrer Niederlage standen. Sie hatten gekämpft, hatten ihr Bestes gegeben, doch die Dunkelheit war unbarmherzig.
In der Dämmerung von Larberg's Landing, wo die Hoffnung versiegte und die Schrecken der Höhle in die Herzen der Menschen sickerte, schien der Fluss, der die Stadt umgab, leise zu weinen, und die Seelen der Verlorenen schwebten immer weiter in die Dunkelheit.
Die Nacht in Larberg's Landing war düster und still, die einzige Geräuschkulisse waren die leisen Wellen des Piechotta River, die gegen das Ufer schlugen. Maggie und Ezekiel hatten in einem kleinen Hotel Unterkunft gefunden, dessen Wände mit Staub und Vergänglichkeit übersät waren.
Suche nach Antworten
Im schwachen Licht einer Kerze, die auf dem schäbigen Tisch brannte, saßen sie in der Dunkelheit und reflektierten über die Ereignisse der vergangenen Tage. Der Tod des Mannes, den sie hatten retten wollen, ließ ihnen keine Ruhe. „Wir müssen herausfinden, was hier wirklich vor sich geht“, murmelte Ezekiel, seine Augen auf den Boden gerichtet.
Maggie nickte, während sie einen tiefen Atemzug nahm. „Morgen gehen wir zur Kirche. Vielleicht gibt es dort jemanden, der mehr weiß. Wir müssen das Rätsel um seinen Tod zu lösen.“
Am nächsten Morgen standen sie früh auf, die Kälte des Morgens war in der Luft spürbar. Als sie die Kirche von Larberg's Landing betraten, war das Licht schummrig, und der Geruch von altem Holz und schalem Weihwasser erfüllte den Raum. Das Sonnenlicht, das durch die schmutzigen Fenster fiel, malte gespenstische Muster auf den Boden.
Plötzlich bemerkten sie, dass der Priester hastig eine Flasche hinter seinem Altar verschwinden ließ. Sein Gesicht wirkte blass und erschöpft, und als er sich zu ihnen umdrehte, musterte er sie mit seinen tief eingefallenen, schwarz unterlaufenen Augen. Ein Moment der Unsicherheit huschte über sein Gesicht, bevor er zu sprechen begann.
Sein Priestergewand hatte schon bessere Tage gesehen, es war an vielen Stellen notdürftig geflickt und wirkte so zerknittert wie er selbst. Ein unangenehmer Geruch nach Alkohol drang an ihre Nasen, während er näher trat.
„Ich kann euch nicht viel über Michael sagen“, begann der Priester mit rauer Stimme, „aber überrascht bin ich nicht, dass gerade er es ist, der von diesem Dämon…“ Er bekreuzigte sich hastig, als ob er die Dunkelheit abwehren wollte. „…entführt worden ist. Er ist eine seltsame Gestalt. Es ist nicht nur seine Art zu sprechen, er hat diesen komischen Akzent. Ich vermute, dass er von weiter weg kommt, vielleicht Mexiko. Irgendwas ist komisch an ihm.“
Ezekiel und Maggie schauten sich an, während der Priester fortfuhr: „Manchmal ist er wochenlang weg, sein Geschäft geschlossen, und dann taucht er plötzlich wieder auf und hat allerlei seltsame Dinge bei sich. Ich vermute, er trifft sich mit seinen Geschäftspartnern irgendwo außerhalb der Stadt oder sonst welchen zwielichtigen Gestalten. In den letzten Wochen sind diese Treffen aber wohl ausgeblieben. Man hat ihn immer wieder in der Nähe der alten Johnson Mine gesehen. Ich weiß nicht, ob diese Bestie, die ihn entführt hat, irgendwas damit zu tun hat, aber das ist alles sicher kein Zufall. Ich denke, er hat irgendwas Wichtiges verloren. Ich weiß es nicht.“
Seine Stimme war brüchig, und als er weiterredete, schien er sich in seinen Gedanken zu verlieren. „Manchmal kam er mit einer Tasche voller Dokumente und Papiere zurück. Vielleicht findet ihr in seinem Laden einen Hinweis darauf. Ich werde auf jeden Fall für ihn beten.“ Er wandte sich wieder dem Altar zu und griff unverhohlen zu der Flasche, obwohl sie noch dort standen. Der Klirrton der Flasche klang wie ein leiser Protest gegen das, was in dieser Stadt vor sich ging.
Maggie und Ezekiel wechselten einen Blick. Der Priester war ein Schatten seiner selbst, und sie spürten, dass sie es mit mehr zu tun hatten als nur mit einem Dämon. Der geheimnisvolle Michael, die alten Minen und der verzweifelte Priester waren nur die Spitze des Eisbergs. „Danke, dass Sie uns informiert haben“, sagte Ezekiel schließlich, und sie verließen die Kirche, entschlossen, die dunklen Geheimnisse von Larberg's Landing zu lüften.
Maggie und Ezekiel standen vor dem Antiquitätenladen von Michael, doch die schwere Holztür war fest verschlossen. „Verdammtes Schloss“, murmelte Ezekiel und klopfte leicht gegen die Tür.
Maggie und sah sich um. „Vielleicht kann uns Old Milbert im Saloon helfen. Lass uns dorthin gehen.“
Sie machten sich auf den Weg zum Saloon, dessen schäbige Fassade im schwachen Licht der Dämmerung leuchtete. Der Geruch von schalem Bier und Staub drang ihnen entgegen, als sie den Raum betraten. Old Milbert, der Wirt, saß hinter dem Tresen, und als er die beiden sah, hob er seine Augenbrauen und leckte sich über die Lippen.
„Wir wollten nach weiteren Informationen über Michael fragen“, begann Ezekiel, während er die Umgebung musterte.
Milbert zuckte mit den Schultern und schüttelte den Kopf. „Ich weiß nicht viel über den Kerl. Er kam, ging und war immer wieder wochenlang verschwunden. Irgendwas war seltsam an ihm, aber ich kann euch nicht sagen, was. Sorry, Kinder, das ist alles, was ich habe.“
Ezekiel warf einen enttäuschten Blick auf Maggie, doch dann kam ihm eine Idee. „Danke für Ihre Hilfe, Milbert. Hier, nehmen Sie das als kleines Dankeschön.“ Er legte einen kleinen Goldnugget auf den Tresen.
Old Milberts Augen weiteten sich, und plötzlich wurde er viel aufmerksamer. „Moment mal, wartet!“ rief er und winkte die beiden zurück. Mit einem schnellen Blick über die Schulter schob er ihnen einen Schlüssel zu, der auf der rauen Holzoberfläche klimperte.
Ezekiel und Maggie sahen sich überrascht an. „Danke, Milbert“, sagten sie im Chor, und dann machten sie sich auf den Weg zu Michaels Antiquitätengeschäft.
Die knarrende Holztür von Michaels Antiquitätenladen war fest verschlossen. Maggie und Ezekiel standen vor dem verfallenen Gebäude, dessen Wände von der Zeit und dem unbarmherzigen Wetter gezeichnet waren. „Hast du den Schlüssel, den Old Milbert dir gegeben hat?“, fragte Maggie und blickte nervös zur Tür. Ezekiel nickte und hielt den kleinen, rostigen Schlüssel in seiner Hand, der im Licht der Nachmittagssonne schimmerte.
„Hier geht’s!“, murmelte er und steckte den Schlüssel ins Schloss. Es quietschte, als er ihn drehte, und die Tür öffnete sich mit einem letzten, klagenden Stöhnen.
Der Geruch von Staub und moderndem Holz schlug ihnen entgegen, als sie den Antiquitätenladen betraten. Der Raum war ein einziges Chaos aus hochgestapelten Kisten, verstaubten Regalen und mit Tüchern abgedeckten Gegenständen. Maggie trat einen Schritt vor und ließ ihren Blick über die vielen seltsamen Artefakte schweifen. „Was für ein Durcheinander“, murmelte sie. „Wo fangen wir an?“
Ezekiel trat weiter ein und entzündete die Laterne, deren Licht die dunklen Ecken des Ladens erhellte. „Vielleicht finden wir etwas, das uns mehr über Michael und den Dämon verrät“, schlug er vor.
Sie durchstreiften den Raum, und die Spannung zwischen ihnen war greifbar, als sie durch das verwitterte Gerümpel wühlten. „Schau dir das an!“, rief Maggie und hielt eine alte Rüstung hoch, die auf einer Puppe drapiert war. „Was glaubst du, hat Michael mit all diesen Sachen vorgehabt?“
„Wahrscheinlich hat er sie nur gesammelt“, murmelte Ezekiel und fuhr mit den Fingern über die Oberfläche einer verstaubten Glaskugel. „Aber da ist etwas anderes hier. Irgendwas fühlt sich nicht richtig an.“
„Vollgestopfte Regale, Glaskugeln, Geschirr und - ist das dort ein altes Schwert? Sieht aus wie aus einem Museum.“ Maggie ging näher, während sie durch die seltsamen Gegenstände streifte. Der Laden quoll über vor Gerümpel. Ein seltsamer Schädel, der einst einer Art gigantischer Echse gehört haben musste, blickte sie mit leeren Augen an.
Maggies Aufmerksamkeit wurde auf einen kleinen Tisch in der Ecke gelenkt, der merkwürdig leer wirkte im Vergleich zu dem Rest des Ladens. „Sieh mal!“, rief sie und schob einige Kisten beiseite. Dort lag ein in Leder gebundenes, zerfleddertes Buch. „Miguel Cortades“, las sie laut vor, als sie den Einband öffnete.
„Könnte das wichtig sein?“, fragte Ezekiel, während er über ihre Schulter schaute.
„Es scheint auf Spanisch geschrieben zu sein“, stellte Maggie enttäuscht fest, als sie weiterblätterte. „Einige Seiten fehlen, und diese hier sind total verdreckt. Vielleicht war es lange in einer Mine oder Höhle.“
„Das klingt nicht gut“, murmelte Ezekiel und legte den Kopf schief, um die Seiten besser zu betrachten. „Wir sollten die anderen Seiten finden. Es könnte der Schlüssel zu Michaels Geheimnis sein.“
Sie schoben einige weitere Kisten beiseite und suchten, doch die Zeit drängte. Die düstere Atmosphäre des Ladens ließ sie frösteln. „Was meinst du, was hier passiert ist?“, fragte Maggie, während sie sich umdrehte und die vielen Gegenstände betrachtete, die in der Dunkelheit wie Gespenster wirkten.
„Ich weiß es nicht, aber wir müssen herausfinden, was mit Michael geschehen ist und was es mit dem Dämon auf sich hat“, antwortete Ezekiel und sah auf das Buch, das sie gerade gefunden hatten. „Wenn er einen Grund hatte, all diese Dinge zu sammeln, dann muss es eine Geschichte dahinter geben.“
Sie wanderten weiter durch den Laden, und während sie die schattenhaften Umrisse der Antiquitäten betrachteten, wuchs in ihnen die Erkenntnis, dass die Vergangenheit von Larberg's Landing weit mehr verbarg, als es den Anschein hatte.
Aufbruch
Schließlich beschlossen sie, den Antiquitätenladen zu verlassen und sich auf den Weg nach Stone's Crossing zu machen. „Dort könnten wir neue Ausrüstung finden und vielleicht auch Begleiter, die uns auf unserem Abenteuer unterstützen können“, schlug Ezekiel vor.
„Ja, wir brauchen alles, was wir bekommen können“, stimmte Maggie zu. „Die Dunkelheit, die wir hier erlebt haben, war nur der Anfang.“
Als sie den Laden hinter sich schlossen, schien die Sonne hinter den Hügeln zu sinken, und die Schatten der Dämmerung breiteten sich über Larberg's Landing aus. Der Weg nach Stone's Crossing war lang, doch sie hatten ein Ziel vor Augen, und die Entschlossenheit, das Unbekannte zu erforschen, brannte in ihren Herzen.
Ezekiel und Maggie erreichten gemeinsam Stones Crossing, wo die düsteren Schatten des vergangenen Kampfes sie weiterhin begleiteten. Die Stadt war klein, ein Ort, der trotz seiner Abgeschiedenheit von den rauen Winden des Wilden Westens gezeichnet war. Maggie, erschöpft und von den Ereignissen in Larberg's Landing tief getroffen, beschloss, sich hier eine Weile zu erholen. Ezekiel hingegen wusste, dass ihre Mission nicht warten konnte. Mit einem letzten Blick auf Maggie, die im Schatten eines heruntergekommenen Gasthauses stand, machte er sich alleine auf den Weg nach Wood's End. Die Reise war lang und gefährlich, doch Ezekiel hatte keinen Zweifel daran, dass er dort neue Ausrüstung und Mitstreiter finden würde – Verbündete, die bereit waren, sich dem wachsenden Dunkel zu stellen. Auch wenn er wusste, dass er Maggie bald wiedersehen würde, fühlte sich die Trennung wie ein Gewicht an, das schwer auf seinen Schultern lag. Doch er ging weiter, getrieben von dem unerschütterlichen Glauben, dass ihre getrennten Wege schließlich in einem gemeinsamen Ziel münden würden.
Die Begegnung mit den Schwarzzahnindianern
Die Weite der Prärie war still, fast unnatürlich. Nur der Wind, der gelegentlich Staubwolken aufwirbelte, und das entfernte Schreien eines Adlers durchbrachen die Stille. Ezekiel zog seinen Mantel enger um sich, der Gedanke an die Einsamkeit seiner Reise pochte leise in seinem Hinterkopf. Doch er war nicht so allein, wie er dachte.
Plötzlich nahm er etwas wahr – ein kaum hörbares Rascheln im hohen Gras, ein Schatten, der sich jenseits seiner Sichtweite bewegte. Seine Hand glitt instinktiv zum Revolver, während er mit geschärften Sinnen stehen blieb. Es dauerte nicht lange, bis sie auftauchten. Aus dem Nichts schälten sich die Gestalten der Schwarzzahnindianer aus der Umgebung, als wären sie Teil der Prärie selbst. Ihre Gesichter waren mit schwarzer Kriegsbemalung bedeckt, die in der untergehenden Sonne fast wie Dämonenfratzen wirkten. Ihre Augen funkelten wie die eines Raubtiers, das seine Beute erspäht hatte.
Der Anführer hob eine Hand, und mit einem einzigen scharfen Ruf setzten sich die anderen in Bewegung. Ezekiel zögerte keine Sekunde – er wusste, dass er allein gegen die Übermacht keine Chance hatte. Stattdessen stürzte er sich in die nahen Hügel, wo die zerklüfteten Felsen ihm Deckung boten. Ein Pfeil zischte knapp an seinem Kopf vorbei und bohrte sich in die Erde, ein grausames Zeugnis der Präzision seiner Verfolger.
Die Jagd dauerte Stunden. Ezekiel bewegte sich wie ein Schatten, schlängelte sich zwischen Felsvorsprüngen hindurch und suchte immer wieder Deckung, während die Krieger ihn unerbittlich verfolgten. Sie kannten das Land besser als er, kannten jeden Pfad, jede Schlucht. Doch Ezekiel hatte den Vorteil seiner Entschlossenheit und seiner Erfahrung als Kämpfer. Er nutzte das Terrain zu seinem Vorteil, ließ die Indianer immer wieder seine Spur verlieren, nur um an einer anderen Stelle erneut aufzutauchen.
In einem besonders engen Felsspalt, wo die Schatten der Abenddämmerung bereits tief lagen, machte er schließlich Halt. Er drückte seinen Rücken gegen die kalte Felswand, die Revolver fest in den Händen, und lauschte. Die Schreie der Krieger hallten in der Ferne, doch sie entfernten sich langsam. Nach einer Weile war nur noch das leise Heulen des Windes zu hören. Ezekiel wartete, bis die Nacht hereingebrochen war, bevor er sich wieder in Bewegung setzte. Die Schwarzzahnindianer hatten die Jagd vorerst aufgegeben, aber er wusste, dass sie nicht weit waren.
Die Begegnung hatte ihn gewarnt: Diese Reise würde ihn nicht nur mit übernatürlichen Feinden konfrontieren, sondern auch mit Menschen, deren Wildheit und Entschlossenheit ebenso tödlich war. Als er schließlich den Hügel hinabstieg, den Blick auf die schimmernden Lichter von Wood's End gerichtet, wusste er, dass er keine Sekunde der Wachsamkeit nachlassen durfte. Der Westen war erbarmungslos – und die Schwarzzahnindianer würden sicher nicht die letzte Gefahr sein, die ihn heimsuchte.
Wood's End: Ein neuer Anfang
Erschöpft, aber entschlossen, erreichte er Wood's End. Die Stadt hatte einen ruppigen Charme, ein Ort, an dem sich Gesetz und Chaos in trügerischer Balance hielten.
Vor dem Saloon begegnete er einem zerlumpten Mann, der einen streunenden Hund bei sich führte. „Fünf Dollar und er gehört dir“, sagte der Fremde und stieß Ezekiel den Hund vor die Füße.
Der Hund, ein dürrer, zerzauster Köter mit einer auffälligen Narbe über dem rechten Auge, schnüffelte vorsichtig an Ezekiel und ließ sich von ihm die Ohren kraulen. „Wuffi“, sagte Ezekiel knapp und gab dem Mann die Münzen.
Neue Verbündete
Ezekiel trat durch die knarrende Tür des Saloons, der Geruch von billigem Whiskey und kaltem Rauch schlug ihm entgegen. Sein Blick wanderte durch den Raum, auf der Suche nach Männern, die nach Ärger aussahen – und bereit waren, ihn für den richtigen Preis anzunehmen.
In einer dunklen Ecke saßen sie: drei Männer, deren Gesichter härter wirkten als das Holz der Möbel. Ihre Revolver lagen sichtbar auf dem Tisch, und die Art, wie sie miteinander flüsterten, ließ keinen Zweifel daran, dass sie sich besser aufeinander verließen als auf irgendjemanden sonst in diesem Saloon.
Ezekiel schritt mit festen Schritten durch den Raum, ließ die Blicke der anderen Gäste an sich abperlen. Als er den Tisch der Männer erreichte, zog er sich einen Stuhl heran und ließ sich nieder. Sie sahen auf, skeptisch, doch keiner von ihnen griff nach der Waffe – noch nicht.
„Ich brauch Männer, die was können“, begann Ezekiel, seine Stimme ruhig, aber mit einem Unterton, der keinen Widerspruch zuließ. „Ich hab Arbeit für euch. Gut bezahlt.“
Jack, der größte der drei, lehnte sich zurück und musterte Ezekiel. „Und warum denkst du, dass wir interessiert sind, Fremder? Vielleicht sind wir hier, um unser eigenes Geschäft zu machen.“
Ezekiel schnaubte leise, zog einen kleinen Beutel hervor und warf ihn auf den Tisch. Goldmünzen rollten heraus, begleitet von einem leisen Klirren. Doch es war das Glitzern von etwas Dunklerem, das die Männer innehalten ließ. Dark Stone. Ihre Blicke wurden wachsam, als sie die schimmernden Splitter betrachteten, die unter dem flackernden Licht des Saloons glühten.
„Das ist ein Vorgeschmack“, sagte Ezekiel ruhig. „Was ich gefunden hab, liegt in einer Mine bei Larberg’s Landing. Mehr Gold und Dark Stone, als ihr jemals gesehen habt. Aber ich brauche Männer, die schnell ziehen und keine Angst vor dem haben, was da unten lauern könnte.“
Garret, der ruhigste der drei, hob eine Münze auf und drehte sie zwischen den Fingern. „Dark Stone zieht Ärger an. Jeder weiß das. Was erwartest du von uns? Dass wir blind in 'ne Todesfalle marschieren?“
„Ich erwarte, dass ihr tut, was ich sage“, entgegnete Ezekiel scharf. „Ich kenn euch nicht, und ehrlich gesagt interessiert mich das auch nicht. Was mich interessiert, ist, ob ihr bereit seid, euch die Hände schmutzig zu machen. Wenn nicht, verschwende ich keine Zeit.“
Ape, der jüngste und ungestümste der Gruppe, grinste breit und schob sich seinen Hut aus der Stirn. „Angst? Boss, ich hab genug Kugeln verschossen, um zu wissen, dass der Colt alles regelt. Wenn da unten irgendwas auf uns wartet, schieß ich’s über den Haufen.“
Ezekiel lehnte sich vor, sein Blick wie ein Messer. „Da unten ist etwas, das man nicht mit normalen Worten beschreiben kann. Ihr werdet es selbst sehen. Und wenn ihr nicht schnell genug seid, werdet ihr’s nicht überleben. Aber wenn ihr durchhaltet, wartet am Ende genug Reichtum, um euch den Rest eures Lebens zu kaufen.“
Jack lachte trocken. „Ape, halt die Klappe. Fremder, du hast unser Interesse. Aber wenn du uns reinlegst, garantiere ich dir, wir nehmen uns dein Gold – und dein Leben.“
Ezekiel zog langsam seinen Revolver und legte ihn auf den Tisch, die Finger ruhig auf dem Lauf. „Dann zieh, Jack. Lass uns sehen, wer schneller ist.“
Eine angespannte Stille lag über dem Tisch, doch Jack bewegte sich nicht. Stattdessen grinste er schief und nickte. „Mut hast du, ich geb’s zu. Du hast uns. Aber wir kennen deinen Namen. Wie wär’s mit unseren?“
Ezekiel ließ die Hand auf dem Revolver, während die Männer sich nacheinander vorstellten.
„Jack“, begann der Größte der drei, seine Stimme tief und ruhig. „Ich halte dir den Rücken frei, solange du deinen Teil einhältst.“
„Garret“, sagte der zweite knapp, ohne die Münze in seiner Hand loszulassen. „Ich schieße, wenn’s nötig ist. Und ich frage nicht nach, warum.“
„Ape“, sagte der Jüngste mit einem breiten Grinsen. „Ich mach die Drecksarbeit. Aber ich will meinen Anteil – keinen Cent weniger.“
Ezekiel nickte langsam. „Gut. Morgen früh, vor dem General Store. Bringt eure Revolver und eure Entschlossenheit. Und vergesst nicht – ich bin der Boss. Ihr tut, was ich sage, oder ich lass euch hier liegen.“
Er stand auf, ließ den Beutel mit Gold und Dark Stone auf dem Tisch zurück, und ging hinaus. Die Männer blieben sitzen, doch ihre Blicke waren jetzt entschlossener. Sie wussten, dass sie mit Ezekiel nicht nur Gold fanden, sondern auch Ärger – aber das war ein Risiko, das sie bereit waren einzugehen.
Ezekiel machte sich auf den Weg in die Kirche.
Ein göttlicher Segen und ein Angriff
Die Kirche von Wood's End, geführt von Father Maddes, war ein bescheidener Bau aus verwittertem Holz, der dennoch einen Ort des Trostes für die Gemeinde darstellte. Ezekiel betrat das Gotteshaus, um sich vor seiner bevorstehenden Mission segnen zu lassen. Die Bänke waren leer, und das Licht der untergehenden Sonne warf lange Schatten durch die bunten Glasfenster. Father Maddes, ein Mann mittleren Alters mit sanften Augen und einem beruhigenden Lächeln, trat an den Altar. Ezekiel kniete nieder, senkte den Kopf und schloss die Augen, während der Priester ein Gebet sprach. Die Worte waren leise, doch sie erfüllten den Raum mit einer spürbaren Wärme. Ezekiel fühlte eine innere Ruhe, als ob eine unsichtbare Hand seine Sorgen für einen Moment hinwegwischte. Nach dem Gebet überreichte er dem Priester eine kleine Spende, die dieser mit einem dankbaren Nicken entgegennahm. Plötzlich durchbrachen Schreie und das Krachen von Schüssen die Stille. Ezekiel sprang auf und eilte aus der Kirche. Draußen bot sich ein chaotisches Bild: Eine Gruppe von Männern, Überbleibsel der einst gefürchteten Hitchcock-Bande, ritt durch die Straßen und verbreitete Angst und Schrecken. Obwohl die Bande vor Monaten zerschlagen worden war, hatten sich einige ihrer Mitglieder zu einem zusammengewürfelten Haufen formiert und griffen nun Wood's End an. Ezekiel zog seine Revolver und suchte Deckung hinter einem umgestürzten Wagen. Seine neu gewonnenen Gefährten – Garret, Abe und Jack – waren bereits in den Kampf verwickelt. Garret feuerte aus einem Fenster des Saloons, während Abe mit einem Schrotgewehr von der Veranda des General Stores schoss. Jack kämpfte sich durch die Straßen, flankierte die Banditen mit einer Beweglichkeit, die Ezekiel Respekt abnötigte. Die Schüsse hallten durch die kühle Abendluft, während die Bewohner von Wood's End panisch Schutz suchten. Ezekiel zentrierte seinen Blick auf einen der Angreifer, der eine brennende Fackel hielt und damit auf ein Gebäude zusteuerte. Mit einem schnellen Druck auf den Abzug schickte er den Mann zu Boden, die Fackel fiel harmlos in den Staub. Doch die Banditen waren zahlreicher, als er erwartet hatte, und ihre Angriffe wurden immer heftiger. Ezekiel stürmte über die Straße, duckte sich hinter eine Wasserkiste und schoss gezielt auf einen weiteren Banditen, der vom Dach eines Stalls Deckung suchte. Der Mann stürzte mit einem markerschütternden Schrei zu Boden. „Garret! Jack! Wir müssen sie einkesseln!“ rief Ezekiel durch das Getöse des Kampfes. Seine Mitstreiter reagierten sofort, flankierten die Angreifer von beiden Seiten, während Abe das Zentrum sicherte. Nach einer erbitterten halben Stunde war der Angriff gebrochen. Die Banditen, die noch auf den Beinen waren, zogen sich zurück. Die letzten Schüsse verhallten in der Dunkelheit, und eine bedrückende Stille legte sich über Wood's End. Ezekiel ließ die Waffen sinken, sein Atem ging schwer. Er wusste, dass der Sieg teuer erkauft war – mehrere Bewohner der Stadt waren gefallen, und die Hitchcock-Bande hatte Zerstörung hinterlassen. Gerüchte begannen sich zu verbreiten, während die Bewohner die Schäden begutachteten und die Verletzten versorgten. „Die haben sich bestimmt in der Peacockmine versteckt“, murmelte ein alter Mann mit zitternder Stimme. „Dort drin hausen sie wie Ratten. Aber wenn ihr mich fragt, da ist mehr als nur Banditen drin.“ Ezekiel spürte, dass diese Schlacht nur der Auftakt war. Die Peacockmine war berüchtigt – nicht nur für ihren einstigen Reichtum an Dark Stone, sondern auch für die Geschichten von merkwürdigen Lichtern und unerklärlichen Geräuschen aus ihren Tiefen.
Das Treffen vor dem General Store
Am nächsten Morgen tauchte die aufgehende Sonne Wood's End in ein warmes, goldenes Licht, das die raue Stadt für einen Moment friedlich wirken ließ. Doch der Frieden war trügerisch. Vor dem General Store versammelten sich Ezekiel und seine frisch angeworbenen Mitstreiter. Der Ladenbesitzer, Thomas Hobby, lehnte lässig im Türrahmen und rauchte eine Pfeife, während er das Treffen mit einem wissenden Blick beobachtete. Ezekiel stand mit verschränkten Armen, sein Mantel wehte leicht im Morgenwind. Sein Blick war fest auf die drei Männer gerichtet, die nacheinander aus verschiedenen Richtungen auftauchten. Jack war der Erste, ein breitschultriger Mann mit einer mürrischen Miene. Er trug seinen Revolver tief im Holster und nickte knapp zur Begrüßung. „Pünktlich wie versprochen, Boss“, brummte er. „Ich mag Männer, die wissen, wie man die Zeit einhält“, erwiderte Ezekiel kühl. Kurz darauf erschien Garret, schweigsam wie immer, mit einer Zigarette im Mundwinkel. Er warf nur einen kurzen Blick auf Ezekiel und Jack, bevor er sich an die Wand des General Stores lehnte und begann, seinen Revolver zu überprüfen. Ohne ein Wort zu sagen, ließ er seine Finger über die Trommel gleiten, als wäre das Ritual wichtiger als jede Konversation. „Garret“, grüßte Ezekiel knapp, woraufhin der Mann nur mit einem kurzen Nicken antwortete. Schließlich schlenderte Ape um die Ecke, seinen Hut tief ins Gesicht gezogen und ein selbstgefälliges Grinsen auf den Lippen. „Na, hab ich die Party verpasst?“ fragte er mit einem Augenzwinkern, während er die Hände lässig in den Taschen hielt. „Wenn du zu spät wärst, würdest du sie verpassen“, entgegnete Ezekiel. Seine Stimme war kalt, aber sein Blick ruhte auf Ape, als wollte er ihn genau einschätzen. „Ich hab euch gesagt, dass ich keinen Scheiß dulde. Gut, dass du’s verstanden hast.“ Ape lachte leise, zog seine Hand aus der Tasche und klopfte auf den Griff seines Revolvers. „Keine Sorge, Boss. Ich bin hier, um zu arbeiten.“
Ausrüstung und Vorbereitung
Ezekiel deutete auf den General Store. „Thomas Hobby hat was für uns, das wir brauchen. Drinnen kriegt ihr alles, was uns hilft, da draußen zu überleben. Keine Fragen – nehmt, was ich euch sage, und haltet den Mund.“ Die Männer folgten Ezekiel in den Laden, wo Hobby bereits einige Ausrüstung auf einem alten Tresen ausgebreitet hatte. Silberbeschichtete Kugeln, sorgfältig in Leinensäckchen verpackt, lagen neben einer kleinen Sammlung von Dynamitstangen. Der Ladenbesitzer grinste breit. „Also, Ezekiel, du weißt, ich bin kein Mann, der nachfragt, warum jemand so was kauft. Aber ich hoffe, ihr wisst, was ihr tut.“ „Das tun wir“, sagte Ezekiel knapp und reichte ihm eine Handvoll Münzen. Hobby wog das Geld in der Hand, nickte zufrieden und trat beiseite. Die Männer rüsteten sich schweigend aus. Jack nahm die silbernen Kugeln mit prüfendem Blick, Garret schob eine Dynamitstange vorsichtig in seine Tasche, und Ape schnappte sich ein Säckchen mit Munition, das er lässig in den Gürtel schob. Ezekiel überwachte die Szene und sorgte dafür, dass keiner mehr nahm, als nötig war.
Der Aufbruch
Als die Männer wieder nach draußen traten, hatten sich ihre Gesichter verändert. Sie wirkten nicht mehr wie eine Gruppe rauer Männer, die zufällig an einem Tisch zusammenkamen. Jetzt waren sie eine Einheit, vereint durch eine gemeinsame Mission – und durch das Versprechen von Reichtum. Ezekiel ließ seinen Blick über die Gruppe schweifen. „Ihr wisst, was auf dem Spiel steht. Da draußen wartet mehr als nur Gold und Dark Stone. Aber wenn wir zusammenhalten, holen wir, was uns zusteht. Klar soweit?“ Jack nickte mit einem knappen „Klar, Boss.“ Garret murmelte ein leises „Verstanden“, während Ape erneut breit grinste. „Ich bin bereit, Boss. Lass uns loslegen.“ Ezekiel wandte sich ab und ging voran, den staubigen Pfad hinab, der aus der Stadt führte. Die Männer folgten ihm, ihre Revolver griffbereit und ihre Blicke entschlossen. Wood's End verschwand langsam hinter ihnen, und die karge Prärie breitete sich vor ihnen aus wie ein ungeschriebenes Blatt – bereit für die Geschichte, die sie schreiben würden. Ezekiel und Maggie erreichten gemeinsam Stones Crossing, wo die düsteren Schatten des vergangenen Kampfes sie weiterhin begleiteten. Die Stadt war klein, ein Ort, der trotz seiner Abgeschiedenheit von den rauen Winden des Wilden Westens gezeichnet war. Maggie, erschöpft und von den Ereignissen in Larberg's Landing tief getroffen, beschloss, sich hier eine Weile zu erholen. Ezekiel hingegen wusste, dass ihre Mission nicht warten konnte. Mit einem letzten Blick auf Maggie, die im Schatten eines heruntergekommenen Gasthauses stand, machte er sich alleine auf den Weg nach Wood's End. Die Reise war lang und gefährlich, doch Ezekiel hatte keinen Zweifel daran, dass er dort neue Ausrüstung und Mitstreiter finden würde – Verbündete, die bereit waren, sich dem wachsenden Dunkel zu stellen. Auch wenn er wusste, dass er Maggie bald wiedersehen würde, fühlte sich die Trennung wie ein Gewicht an, das schwer auf seinen Schultern lag. Doch er ging weiter, getrieben von dem unerschütterlichen Glauben, dass ihre getrennten Wege schließlich in einem gemeinsamen Ziel münden würden.
Die Johnson Mine: Wo Albträume Gestalt annehmen
Die Gruppe stand am Eingang zu drei verschiedenen Höhlen, jede ein dunkles Maul, das ins Unbekannte führte. Ezekiel kniff die Augen zusammen und betrachtete die Spuren im Boden vor einem der Eingänge – auffällige Schleifspuren, die ins Innere führten. „Das ist die Höhle, in der wir Michael gefunden haben“, murmelte er, bevor sein Blick zu den beiden anderen Eingängen wanderte. Die linke Höhle trug ein verwittertes Schild mit der Aufschrift „Jefferson Mine“, während der rechte Eingang unmarkiert war. Jack entdeckte schließlich im Gestrüpp ein verstecktes Schild, dessen verblasste Buchstaben den Namen „Johnson Mine“ preisgaben. „Wer zum Teufel versteckt ein Schild?“ fragte Ape skeptisch und schob mit seiner Spitzhacke ein paar Zweige beiseite. Ezekiel stand mit verschränkten Armen und musterte die Eingänge. Der süßliche Geruch, der in der Luft lag, ließ seine Stirn sich in Falten legen. „Wir gehen in die Johnson Mine“, entschied er schließlich. Seine Stimme war ruhig, aber bestimmt. „Was auch immer hier versteckt wurde, es ist die Mühe wert.“ Wuffi stürmte ungestüm voraus, seine Pfoten wirbelten Staub auf, während er schnüffelnd den Eingang erkundete. „Verdammter Hund“, murmelte Jack, doch Ezekiel winkte ab. „Er wird uns schon warnen, wenn da drin etwas nicht stimmt.“
Der erste Verlust: Ape und die verfluchte Kiste
Die Luft in der Mine war schwer, dicht wie ein unsichtbarer Vorhang, der sich mit jedem Schritt enger um sie legte. Der süßliche Geruch von Verfall und Fäulnis drang in ihre Nasen, ließ die Männer die Gesichter verziehen. Die Flammen der Laternen warfen gespenstische Schatten an die feuchten Wände, und das Knirschen ihrer Stiefel auf dem staubigen Boden war das einzige Geräusch, das die unnatürliche Stille durchbrach. Im Eingangsbereich stießen sie auf eine Ansammlung alter Kisten und Fässer, von einer dicken Staubschicht bedeckt. Die meisten waren gewöhnlich, zerfressen von der Zeit, doch eine Kiste stach sofort ins Auge. Sie war kunstvoll verziert, mit goldenen Beschlägen und Schnitzereien, die im flackernden Licht ihrer Laternen seltsam zu pulsieren schienen. „Verdammt“, murmelte Ape, seine Augen fixierten die Kiste wie magisch angezogen. Er blieb abrupt stehen, die Spitzhacke locker in der Hand. „Seht euch das Ding an! Das muss was wert sein.“ Ezekiel wirbelte herum, seine Stimme hart wie Stahl. „Ape, lass die Finger davon. Wir sind hier nicht, um zu plündern.“ Doch Ape, von Natur aus neugierig und unvorsichtig, grinste schief. Er trat näher an die Kiste heran, seine Finger zitterten vor Erwartung, als er die Hand ausstreckte. „Das… das muss was Wertvolles sein“, murmelte Ape, während seine Finger die Kiste berührten. „APE, VERDAMMT, NICHT!“ Ezekiels Stimme hallte durch die Mine, scharf und voller Autorität. Doch es war zu spät. Kaum hatte Ape die Kiste berührt, erstarrte sein Atem. Ein frostiger Hauch breitete sich von seiner Hand aus über seinen gesamten Körper, der von einer unnatürlichen Aura umgeben wurde. Innerhalb von Sekunden war Ape in eine dünne Schicht aus glitzerndem Eis gehüllt, seine Augen weit aufgerissen, als hätte er im letzten Moment noch den Schrecken seines Schicksals begriffen. Ezekiel schrie auf und sprang vor. Er griff Ape an der Schulter, versuchte ihn zurückzureißen, doch im selben Moment geschah es: Apes Körper zerbrach mit einem ohrenbetäubenden Knirschen. Tausende Eissplitter schossen durch die Luft, glitzerten im Licht der Laternen, bevor sie wie Schnee auf den Boden fielen. Ape war weg – nur ein Haufen Splitter und Staub blieb zurück. Die Gruppe erstarrte, unfähig, zu reagieren. Garret war der Erste, der den Bann brach, fluchend und leise murmelnd: „Scheiße… Was war das? Was zur Hölle war das?“ Jack stand da, zitternd, seine Hand fest um den Griff seines Revolvers geklammert. Wuffi winselte leise, seine Ohren lagen flach an seinem Kopf. Ezekiel atmete schwer, sein Blick brannte vor Zorn und Entschlossenheit. Er drehte sich zu den anderen um, seine Stimme eiskalt. „Niemand – und ich meine NIEMAND – fasst hier noch irgendwas an. Habt ihr mich verstanden? Wir müssen weiter.“ Garret nickte, immer noch mit bleichem Gesicht, während Jack schluckte und ein unsicheres „Ja, Boss“ murmelte. Sie wussten, dass es kein Zurück mehr gab.
Der Angriff aus dem Dimensionsriss
Die Dunkelheit der Mine schien mit jedem Schritt dichter zu werden. Die Wände rückten enger zusammen, als wollten sie die Gruppe verschlingen. Die Luft flimmerte, als sei etwas Unnatürliches nah, doch keiner der Männer wagte, es laut auszusprechen. Nur Wuffi knurrte tief aus der Kehle, ein Ton, der Ezekiel die Nackenhaare aufstellte.
Dann geschah es. Ein grelles Licht zerriss die Schwärze vor ihnen, blendete sie für einen Moment. Die Luft begann zu pulsieren, und ein unheilvolles Heulen erfüllte die Mine. Ein dimensionsloser Riss öffnete sich mitten im Tunnel, als würde die Realität selbst auseinanderreißen. Aus dem Riss sprang eine Kreatur hervor – ein hundeartiges Wesen, doch seine glühenden Augen und das Maul voller glühender, nadelspitzer Zähne machten klar, dass es nicht von dieser Welt war.
„Was zur Hölle ist DAS?!“ rief Jack und riss seinen Revolver hoch.
Garret war schneller. Er feuerte drei Schüsse, die mit ohrenbetäubendem Knallen die Mine erfüllten. Doch die Kugeln prallten ab, als hätte die Kreatur eine unsichtbare Barriere. Das Wesen brüllte, ein Laut, der die Männer bis ins Mark erschütterte, bevor es blitzschnell auf Garret zustürmte.
„Garret, pass auf!“ schrie Ezekiel, doch die Kreatur war schneller. Sie packte Garret mit einer unmenschlichen Kraft, schleuderte ihn wie eine Puppe durch die Luft. Er krachte gegen die Wand der Mine, und bevor er überhaupt den Boden berührte, stürzte sich das Wesen auf ihn. Mit einem einzigen brutalen Biss zerriss es seinen Körper. Blut und Fetzen von Fleisch spritzten an die Wände, während das Wesen sich wieder zurückzog und in den Riss sprang, der sich mit einem dumpfen Knall schloss.
Ezekiel und Jack standen wie gelähmt. Der Schock des plötzlichen Angriffs hielt sie für Sekunden in Starre, die sich wie Stunden anfühlten. Wuffi knurrte weiter, die Zähne gebleckt, bereit, sich auf die nächste Bedrohung zu stürzen.
Ezekiel schüttelte sich, seine Stimme rau und kalt. „Wir haben keine Wahl. Zurück können wir nicht. Bewegt euch.“
Jack nickte schwach, seine Finger zitterten immer noch an der Waffe. „Garret… Der ist… Scheiße, Boss. Was war das?“
„Frag nicht“, knurrte Ezekiel und setzte sich wieder in Bewegung. „Wir müssen rausfinden, was hier los ist, bevor wir auch dran sind.“
Wuffi blieb dicht an Ezekiels Seite, und die Männer marschierten tiefer in die Finsternis, ihre Schritte schwerer als je zuvor.
Die Warnung der Krähe
Plötzlich verstummte Wuffi, sein Bellen wich einem nervösen Knurren. Ezekiel folgte seinem Blick und sah sie: Eine Krähe, schwarz wie die tiefste Nacht, saß auf einem herausragenden Felsen. Ihre Augen funkelten wie winzige Obsidiansplitter, und sie wirkte, als würde sie sie aus der Dunkelheit heraus verspotten. Jack flüsterte: „Eine Krähe? Hier unten? Was will die denn?“ Doch bevor Ezekiel antworten konnte, hallte eine seltsame, heisere Stimme durch seinen Kopf. „Dies ist nicht euer Pfad. Kehrt um, solange ihr noch könnt.“ Ezekiel riss seinen Revolver und zielte auf die Krähe, doch sie flog nicht davon. Stattdessen schien sie ihn mit einem weiteren Krächzen zu verhöhnen. „Das ist Wahnsinn“, murmelte Jack, sein Gesicht blass vor Angst. Schließlich erhob sich die Krähe mit einem schweren Flügelschlag und verschwand in den Schatten. Ezekiel senkte die Waffe und schüttelte den Kopf. „Das war eine Warnung, Jack. Aber wir haben keine Wahl.“ Jack und die Tentakel des Wahnsinns Die Mine öffnete sich in eine Kammer, deren Mitte von einem seltsamen Hügel aus aufgeworfener Erde eingenommen wurde. Vor dem Hügel stand ein Grabstein, alt und ohne Inschrift. Die Luft war eiskalt, und ein Knistern lag darin, als ob die Dunkelheit selbst atmete. Ezekiel kniete sich kurz nieder und sprach ein wortloses Gebet und richtete sich dann wieder auf. „Jack, geh vor und sieh dir das an“, befahl Ezekiel und reichte ihm die Laterne. Jack starrte ihn an, seine Hände zitterten. „Warum immer ich?“ „Weil ich schon genug verloren habe“, erwiderte Ezekiel mit leiser, aber entschlossener Stimme. „Mach es einfach.“ Jack nahm die Laterne und trat zögerlich vor. Doch kaum hatte er den Hügel erreicht, begann sich sein Körper zu verändern. Ezekiel beobachtete mit Schrecken, wie Jacks Haut anfing zu blubbern, als würde sie kochen. Sein Mund öffnete sich zu einem stummen Schrei, während seine Knochen sich unter entsetzlichem Knirschen verformten. Die Laterne fiel aus seiner Hand und zerschellte auf dem Boden. „Jack!“ Ezekiel schrie, doch er konnte nichts tun. Jacks Körper sackte zusammen, seine schmelzende Haut sickerte in den Boden, bis nur noch seine zerbrochenen Knochen zurückblieben. Bevor Ezekiel reagieren konnte, bebte der Boden. Der Erdhügel barst, und dunkle, zuckende Tentakel schossen daraus hervor. Sie bewegten sich wie lebendige Wesen, ihre Spitzen glitzerten in der Dunkelheit, als wären sie mit unheimlichen Augen bedeckt.
Der Kampf gegen die Tentakel
Ezekiel zog sofort seine Revolver und schoss auf die Tentakel, doch die Kugeln hatten kaum Wirkung. Einer der Tentakel schnellte vor und schlug nach ihm, doch Ezekiel wich gerade noch aus. Wuffi sprang vor, knurrte und verbiss sich in einem der Tentakel. Der Hund kämpfte verbissen, doch die Kreatur war zu stark. Mit einem schnellen Schlag wurde Wuffi zu Boden geschleudert, wo er reglos liegen blieb. „Nein!“ schrie Ezekiel. Der Verlust von Wuffi trieb ihm Tränen in die Augen, doch er wusste, dass er handeln musste. Er griff nach einer Dynamitstange in seiner Tasche, entzündete sie an einer der flackernden Fackeln und warf sie in die Mitte des Erdhügels. Die Explosion war ohrenbetäubend. Felsen und Erde flogen durch die Luft, und die meisten Tentakel wurden in einem Inferno aus Feuer und Rauch vernichtet. Ezekiel hustete und hielt sich die Hand vor den Mund, während er in die Dunkelheit starrte, um sicherzugehen, dass keine Gefahr mehr lauerte. Doch dann öffnete sich ein Dimensionsriss. Zwei weitere hundeartige Kreaturen stürmten heraus, ihre leuchtenden Augen und gefletschten Zähne eine Verkörperung des Bösen. Ezekiel hob seine Revolver und schoss mit aller Kraft, doch eine der Kreaturen stieß ihn zu Boden. Blut rann über sein Gesicht, und sein Atem wurde schwer. Mit letzter Kraft zog Ezekiel eine weitere Dynamitstange hervor, die er im Tumult fallen gelassen hatte. Er entzündete sie und rollte zur Seite, gerade noch rechtzeitig, um der tödlichen Attacke der Kreaturen zu entgehen. Die Explosion traf beide Wesen und ließ sie in einem Funkenregen vergehen. Doch die Wucht der Detonation brachte auch die Mine zum Einsturz. Steine und Balken fielen herab, und Ezekiel konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten. Mit zitternden Händen schoss er auf einen der Stützbalken, wodurch die Decke über dem Erdhügel endgültig zusammenbrach. Staub und Geröll füllten die Luft, und die Dunkelheit verschlang ihn.
Das Erwachen
Ezekiel wusste nicht, wie lange er bewusstlos war. Als er wieder zu sich kam, lag er in einem Bett in Wood's End. Die hölzerne Decke über ihm war vertraut, doch der süßliche Geruch der Mine hing noch immer in seiner Nase.
Die Schrecken der Johnson Mine waren vorüber – doch sie hatten Spuren hinterlassen, die Ezekiel nie vergessen würde. Er war der einzige Überlebende einer Reise, die ihn bis an die Grenzen seines Verstandes geführt hatte. Und er wusste, dass dies nur der Anfang eines viel dunkleren Weges war.Die Reise zur Johnson Mine: Rückkehr ins Verderben
Nachdem Ezekiel in Wood's End erfolgreich neue Ausrüstung und Mitstreiter rekrutiert hatte, war seine Mission klar: Die Rückkehr in die Mine, die sich unweit von Larberg’s Landing in den Felsen verbarg. Die Mine, in der sie Michael gefunden und die ersten Schrecken des Übernatürlichen erlebt hatten, ließ ihm keine Ruhe. Er wusste, dass der Schlüssel zur Lösung ihrer Probleme dort in der Nähe verborgen lag – und dass die Gefahren, die sie erwarten würden, noch größer sein könnten als zuvor.
Sie brachen früh am Morgen aus Wood's End auf. Ihre Ausrüstung war sorgfältig ausgewählt: geweihte Munition, Dynamit, Seile und genug Proviant, um mehrere Tage zu überleben. Die Männer waren kampferprobt, aber die Geschichten, die Ezekiel über die Mine in der Nähe von Larberg's Landing erzählte, ließen selbst die erfahrensten unter ihnen nervös wirken.
Ein trostloser Aufbruch
Die Prärie war still, als die Gruppe Wood's End hinter sich ließ. Der Horizont war leer, und die Sonne warf einen goldenen Schein über das karge Land. Garret, der immer ein Mann weniger Worte war, überprüfte schweigend sein Gewehr, während Ape und Jack leise über die Hitze des Tages und die ungewisse Reise murmelten.
„Also, Ezekiel“, begann Ape mit einem schiefen Grinsen. „Was genau erwartet uns in dieser Mine? Dämonen? Geister? Oder etwas noch Schlimmeres?“
„Hört zu, Jungs“, begann Ezekiel, ohne sich umzudrehen. „Ich hab euch bezahlt, weil ihr mit der Waffe genauso gut umgehen könnt wie mit 'ner Spitzhacke. Da drin“, er deutete in die Richtung der Mine, „werd ich beides von euch brauchen.“
Jack schnaubte leise. „Klar, Boss. Aber wenn du meinst, ich buddel freiwillig bis zum Teufel, dann zahl besser doppelt.“
Ezekiel blieb stehen und drehte sich langsam um, sein Blick hart wie Stahl. „Jack, wenn du denkst, ich lass dich dein Maul aufreißen, dann probier’s ruhig aus. Aber ich garantiere dir, dass ich schneller zieh als du. Wir machen, was nötig ist, damit wir lebend da rauskommen. Klar soweit?“
Jack zog den Hut tiefer ins Gesicht und nickte. „Klar, Boss.“
Ape grinste schief und schwang seine Spitzhacke locker über die Schulter. „Ich buddel, solange der Boss zahlt. Aber ich sag’s euch gleich, ich schieß lieber als ich schufte.“
Garret, immer wortkarg, hielt seinen Revolver fest in der Hand und nickte nur knapp. Wuffi bellte einmal, als wollte er die Männer zur Eile mahnen, und lief dann wieder voraus.
Ezekiel warf ihm einen ernsten Blick zu. „Wenn ihr Angst habt, jetzt umzukehren, ist der richtige Moment. Aber ich verspreche euch: Das, was uns dort erwartet, wird euch alles abverlangen.“
Wuffi, der an Ezekiels Seite trottete, schien die Spannung zu spüren. Er hob immer wieder die Nase in die Luft, als würde er nach unsichtbaren Gefahren wittern, und blieb manchmal kurz stehen, um in die Ferne zu knurren.
Der Weg zur Mine wurde steiniger, die Luft schwerer. Je näher sie kamen, desto unruhiger wurde Wuffi. Der Hund blieb oft stehen, knurrte leise und starrte in die Ferne. Garret war der Erste, der die Mine sah – ein dunkles Loch im Felsen, umrahmt von verwitterten Holzpfosten, die aussahen, als könnten sie jeden Moment zusammenbrechen.
„Also das ist sie?“ fragte Jack und spuckte in den Staub. „Sieht nicht gerade einladend aus.“
„Das hier ist nicht für Einladungen gebaut worden“, sagte Ezekiel trocken. „Seid bereit.“
Wuffi begann zu bellen, seine Ohren waren aufgestellt, und er wich nicht von Ezekiels Seite. Die Männer überprüften ihre Waffen, und Ape nahm eine Dynamitstange aus seinem Beutel. „Falls das Ding hier zusammenbricht, will ich vorbereitet sein“, murmelte er.
Ezekiel nickte und zündete die Laterne an, die er mitgebracht hatte. „Hört zu, Leute. Was auch immer uns da drinnen erwartet, wir bleiben zusammen. Keine Helden. Keine Fehler. Wir erledigen, was wir müssen, und kommen wieder raus.“
Die Männer nickten, und einer nach dem anderen traten sie in die Dunkelheit der Mine. Der Eingang verschluckte sie, und die Welt außerhalb wurde mit jedem Schritt weiter entfernt.
Die Johnson Mine: Wo Albträume Gestalt annehmen
Die Gruppe stand am Eingang zu drei verschiedenen Höhlen, jede ein dunkles Maul, das ins Unbekannte führte. Ezekiel kniff die Augen zusammen und betrachtete die Spuren im Boden vor einem der Eingänge – auffällige Schleifspuren, die ins Innere führten. „Das ist die Höhle, in der wir Michael gefunden haben“, murmelte er, bevor sein Blick zu den beiden anderen Eingängen wanderte.
Die linke Höhle trug ein verwittertes Schild mit der Aufschrift „Jefferson Mine“, während der rechte Eingang unmarkiert war. Jack entdeckte schließlich im Gestrüpp ein verstecktes Schild, dessen verblasste Buchstaben den Namen „Johnson Mine“ preisgaben. „Wer zum Teufel versteckt ein Schild?“ fragte Ape skeptisch und schob mit seiner Spitzhacke ein paar Zweige beiseite.
Ezekiel stand mit verschränkten Armen und musterte die Eingänge. Der süßliche Geruch, der in der Luft lag, ließ seine Stirn sich in Falten legen. „Wir gehen in die Johnson Mine“, entschied er schließlich. Seine Stimme war ruhig, aber bestimmt. „Was auch immer hier versteckt wurde, es ist die Mühe wert.“
Wuffi stürmte ungestüm voraus, seine Pfoten wirbelten Staub auf, während er schnüffelnd den Eingang erkundete. „Verdammter Hund“, murmelte Jack, doch Ezekiel winkte ab. „Er wird uns schon warnen, wenn da drin etwas nicht stimmt.“
Der erste Verlust: Ape und die verfluchte Kiste
Die Luft in der Mine war schwer, dicht wie ein unsichtbarer Vorhang, der sich mit jedem Schritt enger um sie legte. Der süßliche Geruch von Verfall und Fäulnis drang in ihre Nasen, ließ die Männer die Gesichter verziehen. Die Flammen der Laternen warfen gespenstische Schatten an die feuchten Wände, und das Knirschen ihrer Stiefel auf dem staubigen Boden war das einzige Geräusch, das die unnatürliche Stille durchbrach. Im Eingangsbereich stießen sie auf eine Ansammlung alter Kisten und Fässer, von einer dicken Staubschicht bedeckt. Die meisten waren gewöhnlich, zerfressen von der Zeit, doch eine Kiste stach sofort ins Auge. Sie war kunstvoll verziert, mit goldenen Beschlägen und Schnitzereien, die im flackernden Licht ihrer Laternen seltsam zu pulsieren schienen. „Verdammt“, murmelte Ape, seine Augen fixierten die Kiste wie magisch angezogen. Er blieb abrupt stehen, die Spitzhacke locker in der Hand. „Seht euch das Ding an! Das muss was wert sein.“ Ezekiel wirbelte herum, seine Stimme hart wie Stahl. „Ape, lass die Finger davon. Wir sind hier nicht, um zu plündern.“ Doch Ape, von Natur aus neugierig und unvorsichtig, grinste schief. Er trat näher an die Kiste heran, seine Finger zitterten vor Erwartung, als er die Hand ausstreckte. „Das… das muss was Wertvolles sein“, murmelte Ape, während seine Finger die Kiste berührten. „APE, VERDAMMT, NICHT!“ Ezekiels Stimme hallte durch die Mine, scharf und voller Autorität. Doch es war zu spät. Kaum hatte Ape die Kiste berührt, erstarrte sein Atem. Ein frostiger Hauch breitete sich von seiner Hand aus über seinen gesamten Körper, der von einer unnatürlichen Aura umgeben wurde. Innerhalb von Sekunden war Ape in eine dünne Schicht aus glitzerndem Eis gehüllt, seine Augen weit aufgerissen, als hätte er im letzten Moment noch den Schrecken seines Schicksals begriffen. Ezekiel schrie auf und sprang vor. Er griff Ape an der Schulter, versuchte ihn zurückzureißen, doch im selben Moment geschah es: Apes Körper zerbrach mit einem ohrenbetäubenden Knirschen. Tausende Eissplitter schossen durch die Luft, glitzerten im Licht der Laternen, bevor sie wie Schnee auf den Boden fielen. Ape war weg – nur ein Haufen Splitter und Staub blieb zurück. Die Gruppe erstarrte, unfähig, zu reagieren. Garret war der Erste, der den Bann brach, fluchend und leise murmelnd: „Scheiße… Was war das? Was zur Hölle war das?“ Jack stand da, zitternd, seine Hand fest um den Griff seines Revolvers geklammert. Wuffi winselte leise, seine Ohren lagen flach an seinem Kopf. Ezekiel atmete schwer, sein Blick brannte vor Zorn und Entschlossenheit. Er drehte sich zu den anderen um, seine Stimme eiskalt. „Niemand – und ich meine NIEMAND – fasst hier noch irgendwas an. Habt ihr mich verstanden? Wir müssen weiter.“ Garret nickte, immer noch mit bleichem Gesicht, während Jack schluckte und ein unsicheres „Ja, Boss“ murmelte. Sie wussten, dass es kein Zurück mehr gab.
Der Angriff aus dem Dimensionsriss
Die Dunkelheit der Mine schien mit jedem Schritt dichter zu werden. Die Wände rückten enger zusammen, als wollten sie die Gruppe verschlingen. Die Luft flimmerte, als sei etwas Unnatürliches nah, doch keiner der Männer wagte, es laut auszusprechen. Nur Wuffi knurrte tief aus der Kehle, ein Ton, der Ezekiel die Nackenhaare aufstellte.
Dann geschah es. Ein grelles Licht zerriss die Schwärze vor ihnen, blendete sie für einen Moment. Die Luft begann zu pulsieren, und ein unheilvolles Heulen erfüllte die Mine. Ein dimensionsloser Riss öffnete sich mitten im Tunnel, als würde die Realität selbst auseinanderreißen. Aus dem Riss sprang eine Kreatur hervor – ein hundeartiges Wesen, doch seine glühenden Augen und das Maul voller glühender, nadelspitzer Zähne machten klar, dass es nicht von dieser Welt war.
„Was zur Hölle ist DAS?!“ rief Jack und riss seinen Revolver hoch.
Garret war schneller. Er feuerte drei Schüsse, die mit ohrenbetäubendem Knallen die Mine erfüllten. Doch die Kugeln prallten ab, als hätte die Kreatur eine unsichtbare Barriere. Das Wesen brüllte, ein Laut, der die Männer bis ins Mark erschütterte, bevor es blitzschnell auf Garret zustürmte.
„Garret, pass auf!“ schrie Ezekiel, doch die Kreatur war schneller. Sie packte Garret mit einer unmenschlichen Kraft, schleuderte ihn wie eine Puppe durch die Luft. Er krachte gegen die Wand der Mine, und bevor er überhaupt den Boden berührte, stürzte sich das Wesen auf ihn. Mit einem einzigen brutalen Biss zerriss es seinen Körper. Blut und Fetzen von Fleisch spritzten an die Wände, während das Wesen sich wieder zurückzog und in den Riss sprang, der sich mit einem dumpfen Knall schloss.
Ezekiel und Jack standen wie gelähmt. Der Schock des plötzlichen Angriffs hielt sie für Sekunden in Starre, die sich wie Stunden anfühlten. Wuffi knurrte weiter, die Zähne gebleckt, bereit, sich auf die nächste Bedrohung zu stürzen.
Ezekiel schüttelte sich, seine Stimme rau und kalt. „Wir haben keine Wahl. Zurück können wir nicht. Bewegt euch.“
Jack nickte schwach, seine Finger zitterten immer noch an der Waffe. „Garret… Der ist… Scheiße, Boss. Was war das?“
„Frag nicht“, knurrte Ezekiel und setzte sich wieder in Bewegung. „Wir müssen rausfinden, was hier los ist, bevor wir auch dran sind.“
Wuffi blieb dicht an Ezekiels Seite, und die Männer marschierten tiefer in die Finsternis, ihre Schritte schwerer als je zuvor.
Die Warnung der Krähe
Plötzlich verstummte Wuffi, sein Bellen wich einem nervösen Knurren. Ezekiel folgte seinem Blick und sah sie: Eine Krähe, schwarz wie die tiefste Nacht, saß auf einem herausragenden Felsen. Ihre Augen funkelten wie winzige Obsidiansplitter, und sie wirkte, als würde sie sie aus der Dunkelheit heraus verspotten. Jack flüsterte: „Eine Krähe? Hier unten? Was will die denn?“ Doch bevor Ezekiel antworten konnte, hallte eine seltsame, heisere Stimme durch seinen Kopf. „Dies ist nicht euer Pfad. Kehrt um, solange ihr noch könnt.“ Ezekiel riss seinen Revolver und zielte auf die Krähe, doch sie flog nicht davon. Stattdessen schien sie ihn mit einem weiteren Krächzen zu verhöhnen. „Das ist Wahnsinn“, murmelte Jack, sein Gesicht blass vor Angst. Schließlich erhob sich die Krähe mit einem schweren Flügelschlag und verschwand in den Schatten. Ezekiel senkte die Waffe und schüttelte den Kopf. „Das war eine Warnung, Jack. Aber wir haben keine Wahl.“ Jack und die Tentakel des Wahnsinns Die Mine öffnete sich in eine Kammer, deren Mitte von einem seltsamen Hügel aus aufgeworfener Erde eingenommen wurde. Vor dem Hügel stand ein Grabstein, alt und ohne Inschrift. Die Luft war eiskalt, und ein Knistern lag darin, als ob die Dunkelheit selbst atmete. Ezekiel kniete sich kurz nieder und sprach ein wortloses Gebet und richtete sich dann wieder auf. „Jack, geh vor und sieh dir das an“, befahl Ezekiel und reichte ihm die Laterne. Jack starrte ihn an, seine Hände zitterten. „Warum immer ich?“ „Weil ich schon genug verloren habe“, erwiderte Ezekiel mit leiser, aber entschlossener Stimme. „Mach es einfach.“ Jack nahm die Laterne und trat zögerlich vor. Doch kaum hatte er den Hügel erreicht, begann sich sein Körper zu verändern. Ezekiel beobachtete mit Schrecken, wie Jacks Haut anfing zu blubbern, als würde sie kochen. Sein Mund öffnete sich zu einem stummen Schrei, während seine Knochen sich unter entsetzlichem Knirschen verformten. Die Laterne fiel aus seiner Hand und zerschellte auf dem Boden. „Jack!“ Ezekiel schrie, doch er konnte nichts tun. Jacks Körper sackte zusammen, seine schmelzende Haut sickerte in den Boden, bis nur noch seine zerbrochenen Knochen zurückblieben. Bevor Ezekiel reagieren konnte, bebte der Boden. Der Erdhügel barst, und dunkle, zuckende Tentakel schossen daraus hervor. Sie bewegten sich wie lebendige Wesen, ihre Spitzen glitzerten in der Dunkelheit, als wären sie mit unheimlichen Augen bedeckt.
Der Kampf gegen die Tentakel
Ezekiel zog sofort seine Revolver und schoss auf die Tentakel, doch die Kugeln hatten kaum Wirkung. Einer der Tentakel schnellte vor und schlug nach ihm, doch Ezekiel wich gerade noch aus. Wuffi sprang vor, knurrte und verbiss sich in einem der Tentakel. Der Hund kämpfte verbissen, doch die Kreatur war zu stark. Mit einem schnellen Schlag wurde Wuffi zu Boden geschleudert, wo er reglos liegen blieb. „Nein!“ schrie Ezekiel. Der Verlust von Wuffi trieb ihm Tränen in die Augen, doch er wusste, dass er handeln musste. Er griff nach einer Dynamitstange in seiner Tasche, entzündete sie an einer der flackernden Fackeln und warf sie in die Mitte des Erdhügels. Die Explosion war ohrenbetäubend. Felsen und Erde flogen durch die Luft, und die meisten Tentakel wurden in einem Inferno aus Feuer und Rauch vernichtet. Ezekiel hustete und hielt sich die Hand vor den Mund, während er in die Dunkelheit starrte, um sicherzugehen, dass keine Gefahr mehr lauerte. Doch dann öffnete sich ein Dimensionsriss. Zwei weitere hundeartige Kreaturen stürmten heraus, ihre leuchtenden Augen und gefletschten Zähne eine Verkörperung des Bösen. Ezekiel hob seine Revolver und schoss mit aller Kraft, doch eine der Kreaturen stieß ihn zu Boden. Blut rann über sein Gesicht, und sein Atem wurde schwer. Mit letzter Kraft zog Ezekiel eine weitere Dynamitstange hervor, die er im Tumult fallen gelassen hatte. Er entzündete sie und rollte zur Seite, gerade noch rechtzeitig, um der tödlichen Attacke der Kreaturen zu entgehen. Die Explosion traf beide Wesen und ließ sie in einem Funkenregen vergehen. Doch die Wucht der Detonation brachte auch die Mine zum Einsturz. Steine und Balken fielen herab, und Ezekiel konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten. Mit zitternden Händen schoss er auf einen der Stützbalken, wodurch die Decke über dem Erdhügel endgültig zusammenbrach. Staub und Geröll füllten die Luft, und die Dunkelheit verschlang ihn.
Das Erwachen
Ezekiel wusste nicht, wie lange er bewusstlos war. Als er wieder zu sich kam, lag er in einem Bett in Wood's End. Die hölzerne Decke über ihm war vertraut, doch der süßliche Geruch der Mine hing noch immer in seiner Nase. Die Schrecken der Johnson Mine waren vorüber – doch sie hatten Spuren hinterlassen, die Ezekiel nie vergessen würde. Er war der einzige Überlebende einer Reise, die ihn bis an die Grenzen seines Verstandes geführt hatte. Und er wusste, dass dies nur der Anfang eines viel dunkleren Weges war.
